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29.11.2007 
Einnahmen steigen

Deutsche Bank greift im Filialgeschäft an

von Rolf Benders

Die Deutsche Bank will trotz der Finanzkrise und des harten Wettbewerbs ihre Mitarbeiterzahl im deutschen Privatkundengeschäft ausbauen. "Wir haben die Mitarbeiterzahl seit 2004 ohne Akquisitionen um 1 000 erhöht und planen weitere Einstellungen“, sagte Rainer Neske, verantwortlich für das Privatkundengeschäft. Die Einnahmen in Deutschland steigen.

FRANKFURT. Anders als andere Sektoren der Bank, die wegen der Krise an den Finanzmärkten auf geplante Einstellungen verzichten müssten, liege das Privatkundengeschäft weiter im Plan, sagte Rainer Neske, beim deutschen Branchenprimus verantwortlich für das weltweite Privatkundengeschäft. Von zuletzt gut 76 000 Beschäftigen arbeiten im deutschen Privatkundensektor derzeit 15 000 Menschen.

Im deutschen Privatkundengeschäft tobt seit Jahren ein harter Preiskampf. Eine Reihe von Instituten, darunter die Commerzbank, versuchen mit kostenlosen Girokonten Kunden zu gewinnen. Der Deutsche-Bank-Konzern begegnet dem mit einer Zweimarkenstrategie. Während sich die Deutsche Bank um die weniger preisbewussten Menschen kümmert und ein gebührenpflichtiges Girokonto anbietet, soll die im September gestartete Billig-Tochter Norisbank die Discountkunden binden.

Für die Norisbank scheint dies aufzugehen, schließlich hat sie seit dem Start die Zahl ihrer Kunden vor allem mit einem kostenlosen Konto um 50 000 auf mehr als 350 000 erhöht. Und nach Neskes Worten steigt auch die Zahl der Kunden in der Muttergesellschaft. "Ich wachse dort trotz der Gebühren von einigen Euro mit dem Girokonto“, sagte er, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Er trat damit Spekulationen entgegen, Altkunden könnten in großer Zahl zur Norisbank abwandern. Kunden, die Wert auf eine aufwendige Beratung legten, seien auch bereit, dies zu bezahlen, zeigte er sich sicher.

Einen Ausbau des Filialnetzes der Norisbank oder der Muttergesellschaft erwartet Neske jedoch aus Kostengründen nicht. Ebenso wenig überzeugt ist er vom Nutzen der von Commerzbank-Vorstand Achim Kassow publikumswirksam angestoßenen Debatte über eine flächendeckende Filialöffnung an Samstagen. "Ich halte das allenfalls in Fußgängerzonen für sinnvoll“, sagte Neske.

Im globalen Privatkundengeschäft der Deutschen Bank (PBC) hält sich das deutsche Geschäft wegen des zuletzt starken Wirtschaftswachstums hierzulande überraschend gut. Von den Erträgen des Bereichs von 5,7 Mrd. Euro in diesem Jahr entfielen zwei Drittel auf Deutschland, sagte Neske. "Vor Jahren hätte ich prognostiziert, dass der deutsche Anteil schrumpft. Aber das ist bislang nicht eingetreten.“

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Zahl der Filialen in Polen soll deutlich steigen

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