Der Finanzinvestor Cerberus trennt sich von einem Großteil seiner deutschen Immobilien. Käufer ist die Deutsche Bank, die über ihren Immobilienfonds Rreef die Mehrheit an dem deutschen Cerberus-Bestand übernimmt. An der Börse kommt diese Nachricht nicht gut an. Zudem gibt es Gerüchte über eine Gewinnwarnung der Deutschen Bank.
Gerücht über Gewinnwarnung: Deutsche Bank kauft Cerberus-Immobilien
HB MAILAND/FRANKFURT. Die Immobiliengesellschaft BauBeCon werde im Rahmen der Transaktion mit rund 1,7 Mrd. Euro bewertet, sagte ein Sprecher der Deutschen Bank am Dienstag in Frankfurt und bestätigte damit Angaben des Co-Investors Pirelli Re aus Italien. Rreef halte künftig 60 Prozent an den rund 33 500 Einheiten, Pirelli Re die restlichen 40 Prozent.
Ende Juni war bekannt geworden, dass sich Cerberus nur eineinhalb Jahre nach dem Kauf wieder von dem Portfolio von Gewerkschaftswohnungen trennen will. Einer mit der Situation vertrauten Person zufolge war der US-Finanzinvestor mit der Entwicklung der Immobilien und damit der Rendite des Engagements unzufrieden. Unter anderem leide das Portfolio unter einem hohen Leerstand, hieß es. Zudem ließen sich die Wohnungen, die hauptsächlich in Berlin, Hannover und Kiel liegen, schwerer als gedacht verkaufen. Rreef und Pirelli Re kündigten an, die Immobilien weiterentwickeln und sanieren zu wollen. Ertragssteigerungen sollten zudem durch „den Abbau des derzeitigen Leerstandes im Portfolio auf Marktniveau“ realisiert werden, hieß es.
Die Aktie der Deutschen Bank belastet am Dienstag noch eine weitere Nachricht zum Thema Immobilien. Ein Händler sagte: „Es gibt das Gerücht, dass die Deutsche Bank wegen der US-Immobilienkrise weniger Gewinn einfahren dürfte als erwartet.“ Die Aktie verbilligte sich um 1,7 Prozent auf 106,50 Euro. Ein anderer Börsianer bestätigte die Existenz dieses Gerüchts, fügte jedoch hinzu, seines Wissens nach sei Deutschlands größte Bank nicht besonders stark von den Problemen in den USA betroffen. Die Deutsche Bank selbst wollte sich nicht zu dem Marktgerücht äußern. Eine Sprecherin von Deutschlands größtem Geldhaus verwies auf kürzlich getroffene Aussagen von Vorstandsmitglied Hugo Bänziger. Dieser hatte in einem Interview erklärt, die Bank habe bereits vor Jahren erste Anzeichen für eine Krise im US-Immobilienmarkt erkannt und sei entsprechend gerüstet. Das Institut legt am 1. August seine Zahlen für das zweite Quartal vor.