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02.07.2008 
Nach Kursverlusten

Deutsche Bank: Kein Bedarf an frischem Kapital

Mit nur drei Sätzen stoppte die Deutsche Bank die massiven Kursverluste der letzten Tage: Am Morgen vermeldete das Geldhaus einen Quartalsgewinn und versicherte, frisches Kapital sei nicht nötig. Zuvor hatten Spekulationen um weitere Verluste und eine dünner werdende Kapitaldecke die Investoren verunsichert.

Eine Mitteilung der Deutschen Bank konnte Investoren am Mittwoch beruhgen. Foto: dpaLupe

Eine Mitteilung der Deutschen Bank konnte Investoren am Mittwoch beruhgen. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Für das am Montag beendete Quartal sei ein Gewinn zu erwarten, erklärte die Bank. In den ersten drei Monaten des Jahres hatte die Deutsche Bank wegen massiver Abschreibungen infolge der Finanzkrise den ersten Quartalsverlust seit fünf Jahren geschrieben. Die für die Kapitalausstattung einer Bank maßgebliche Kernkapitalquote liege bei rund neun Prozent. Ende März waren es 9,2 Prozent, der Vorstand peilt eine Spanne von acht bis neun Prozent an. "Daher erwartet die Bank nicht, dass die Ertragslage im zweiten Quartal Kapitalmaßnahmen erfordert", hieß es in der Mitteilung.

Investoren reagierten erleichtert. Die Deutsche-Bank-Aktie zog im frühen Handel um 4,5 Prozent auf 54,75 Euro an und war größter Gewinner im Leitindex Dax. Am Dienstag war das Papier zeitweise um mehr als fünf Prozent auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren gesunken.

Bei Investoren geht die Angst um, dass die Finanzkrise noch nicht ausgestanden ist und weitere Milliardenabschreibungen anstehen könnten. Da die Wertberichtigungen tiefe Löcher in die Finanzausstattung der Geldhäuser weltweit reißen, sind viele von ihnen auf der Suche nach Kapital. Der belgisch-niederländische Finanzkonzern Fortis und die britische Bank Barclays kündigten unlängst entsprechende Maßnahmen an.

Besonderen Investmentbanken wie die Deutsche Bank stehen im Fokus nervöser Investoren, da die Marktturbulenzen die Erträge im Kerngeschäft wegbrechen lassen. Zudem sind diese Institute stärker in komplexe Schuldverschreibungen investiert, die stark an Wert an verloren haben.

Aus der Schätzung der Deutschen Bank für das abgelaufene Quartal schließen Experten nun, dass die Abschreibungen in den drei Monaten von April bis Juni nicht mehr so hoch gewesen sein dürften wie zu Jahresbeginn. LBBW-Analyst Olaf Kayser geht von Wertberichtigungen unterhalb der Milliardenschwelle aus. Damit sei ein Vorsteuergewinn von bis zu einer Milliarde Euro denkbar nach 2,7 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Insgesamt musste das Institut schon rund fünf Milliarden Belastungen Euro verkraften, davon gut die Hälfte im Auftaktquartal.

Die Deutsche Bank ging am Mittwoch nicht auf die Folgen von möglichen Übernahmen anderer Institute ein. Einige Analysten hielten bei einem Kauf der Postbank, deren Wert auf acht bis zehn Milliarden Euro taxiert wird, eine Kapitalerhöhung für notwendig. Die Deutsche Bank ist auch an der Dresdner Bank und an der deutschen Citigroup-Tochter Citibank interessiert.

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