Die Deutsche Bank
muss um ihre geplante Expansion am niederländischen Firmenkundenmarkt bangen. Die dortige Zentralbank will den Verkauf von Teilen der zum angeschlagenen Finanzkonzern Fortis
gehörenden ABN
Amro an das größte deutsche Geldhaus vorerst nicht genehmigen.
Das Logo der Deutschen Bank in Frankfurt spiegelt sich in der Glasfassade des Turms. Die Expansionspläne des Instituts geraten in Gefahr. Foto: dpa
HB FRANKFURT/AMSTERDAM. Hintergrund ist die Krise des belgisch-niederländischen Instituts und die sich daraus ergebende Unsicherheit über die ABN
-Zukunft. Wie Fortis
in der Nacht zu Mittwoch mitteilte, stoppten die Bankaufseher bis auf weiteres auch andere Anteilsverkäufe des Konzerns etwa von Teilen der Vermögensverwaltung an den chinesischen Versicherer Ping An.
Die Notenbank will die Transaktionen nun nochmals genauer prüfen, wie Fortis
mitteilte. Der Konzern musste zu Wochenbeginn mit einer Kapitalspritze der Benelux-Regierungen über mehr als elf Mrd. Euro vor dem Zusammenbruch gerettet werden. Eine Auflage des Hilfspakets ist, dass sich Fortis
komplett von dem erst 2007 für 24 Mrd. Euro erworbenen Anteil am ehemaligen Rivalen ABN
Amro trennt. An diesem Deal hatte sich der mittlerweile teilweise verstaatlichte Konzern verhoben. Noch ist unklar, wer den Anteil übernimmt.
Fortis
, die britische Royal Bank of Scotland
und die spanische Santander
hatten ABN
Amro im vergangenen Jahr für rund 70 Mrd. Euro übernommen und unter sich aufgeteilt. Aus kartellrechtlichen Gründen verlangte die EU-Kommission damals von Fortis
, Teile von ABN
Amro abzugeben.
Die Deutsche Bank
einigte sich im Juli mit Fortis
für 700 Mill. Euro auf den Kauf von zwei Unternehmensbereichen, zu denen 35 000 Firmenkunden, 8000 Privatkunden und 1400 Mitarbeiter gehören. Das Institut will damit zur viertgrößten Mittelstandsbank in den Niederlanden aufsteigen. Ursprünglich sollte der Deal zu Beginn des vierten Quartals abgeschlossen sein.

