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05.07.2007 
Kauf von Gläubigerforderungen

Deutsche Bank schlägt Kirch ein Schnippchen

Die Deutsche Bank rüstet sich für den Milliardenstreit mit Leo Kirch vor dem Landgericht München. Vom Insolvenzverwalter der Kirch-Obergesellschaft Taurus Holding hat sie Gläubigerforderungen gegen den Ex-Medienmogul gekauft – ein kluger Schachzug, gelangt das Kreditinstitut damit doch an wertvolle Informationen.

Leo Kirch hatte ein Medienimperium aufgebaut, zu dem unter anderen Pro Sieben Sat 1 gehörte. Foto: dpaLupe

Leo Kirch hatte ein Medienimperium aufgebaut, zu dem unter anderen Pro Sieben Sat 1 gehörte. Foto: dpa

bas/ben FRANKFURT. Mit den Forderungen hat sie sich praktisch in den Gläubigerausschuss eingekauft. So erhält sie Einblicke in finanzielle Informationen aus den Jahren der Pleite des Medienimperiums. Ein Sprecher des Instituts sagte, die Deutsche Bank unterstütze den Insolvenzverwalter „finanziell und mit Informationen“, wollte aber keine Einzelheiten nennen.

Nach Informationen des Handelsblatts zahlt die Bank einen hohen einstelligen Millionenbetrag für die Forderungen. Dabei geht es der Bank vor allem darum, herauszufinden, wann genau der Medienkonzern de facto insolvenzreif war. Kirch macht die Deutsche Bank und deren ehemaligen Vorstandssprecher Rolf Breuer für den Zusammenbruch seines Medienimperiums im April 2002 verantwortlich. Kern der Vorwürfe ist ein Fernsehinterview Breuers Anfang Februar 2002, in dem dieser Zweifel an der Kreditwürdigkeit Kirchs äußerte.

In einer Leistungsklage vor dem Landgericht München fordert Kirch 1,6 Mrd. Euro Schadenersatz. Dabei geht es um die Kirch-Tochter, mit der die Deutsche Bank einen Kreditvertrag hat. Der Bundesgerichtshof hatte Anfang 2006 festgestellt, dass Kirch grundsätzlich Schadenersatz von Bank und Breuer für jene Tochter verlangen kann. Die Höhe muss jedoch in einer separaten Leistungsklage erstritten werden. Eine weitere Klage für den Rest der Gruppe soll folgen.

Die Deutsche Bank bestreitet jeden Zusammenhang zwischen Breuers Aussagen und der Pleite des Kirch-Konzerns. Der Streit zwischen Kirch und der Bank zieht sich bereits seit Jahren vor verschiedenen Gerichten hin.

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