Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal wieder schwarze Zahlen geschrieben. Allerdings schlug die Finanzkrise im turbulenten zweiten Quartal noch einmal kräftig zu Buche - mit Wertberichtigungen von 2,3 Mrd. Euro. Im Vergleich zu anderen großen Investmentbanken hält sich die Bank aber weiter relativ gut.
Trotz der neuen Belastungen scheut Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann vor Zukäufen nicht zurück. Foto: dpa
HB FRANKFURT. Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal wieder schwarze Zahlen geschrieben. Allerdings ist die weltweite Finanzkrise für Frankfurter Institut noch nicht ausgestanden: Abschreibungen von 2,3 Mrd. Euro ließen den Vorsteuergewinn im zweiten Quartal im Jahresvergleich um drei Viertel auf 642 Mill. Euro schrumpfen.
Wegen des schwachen Marktumfelds blieb das Investmentbanking - der einstige Wachstumsmotor der Bank - in den roten Zahlen. Eine schnelle Belebung stellte Deutschlands größtes Geldhaus am Donnerstag nicht in Aussicht. Als Gewinnbringer erweist sich dagegen in Krisenzeiten das Privatkundengeschäft, in dem die Bank auch durch Zukäufe wachsen will.
„Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte bleiben wir vorsichtig“, erklärte Vorstandschef Josef Ackermann, der zuletzt noch von einem nahenden Ende der Finanzkrise gesprochen hatte. Das Marktumfeld bleibe schwierig. Das Kapitalmarktgeschäft werde bei allen Banken auch wegen des Konjunkturabschwungs unter Druck bleiben.
Lange Zeit sah es so aus, als ob die Deutsche Bank ähnlich wie Goldman Sachs oder JP Morgan mit nur kleinen Kratzern aus der seit einem Jahr schwelenden Finanzkrise kommen könnte. Ursprünglich hatte sie für 2008 einen Vorsteuergewinn von 8,4 Mrd. Euro angepeilt - Analysten halten mittlerweile nur noch die Hälfte für möglich.
Die Gesamtbelastungen summieren sich inzwischen auf 7,3 Mrd. Euro - im ersten Quartal hatte die Deutsche Bank gar den ersten Verlust seit fünf Jahren geschrieben. Verglichen mit großen Rivalen wie der Schweizer UBS, der Citigroup oder Merrill Lynch, die zu den stärksten Verlierern der Krise gehören, steht der deutsche Marktführer indes noch gut da. Das gilt auch für die Kapitalausstattung: Mit einer Kernkapitalquote von 9,3 Prozent liegt die Bank im internationalen Vergleich im oberen Bereich.
Im vergangenen Quartal entfiel der größte Teil der Abschreibungen bei der Deutschen Bank auf US-Wohnungsbaudarlehen mittlerer Qualität, Engagements bei US-Kreditversicherern sowie gewerbliche Immobilienkredite. Die am Markt noch immer schwer verkäuflichen Finanzierungen für große Übernahmen schlugen dagegen anders als in den Vorquartalen kaum zu Buche. Die Bank reduzierte den Bestand dieser Kredite in den Büchern im Vergleich zum Jahresbeginn um 20 Prozent auf 24,5 Mrd. Euro. Auch andere Risikopositionen wurden abgebaut.

