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07.04.2008 
Kleinanleger fordern die Trennung vom Investment-Banking

Deutsche Bank soll sich aufspalten

von Rolf Benders

Die Deutsche Bank soll sich nach dem Willen zweier Aktionäre von ihrem Investment-Banking trennen. Der durch spektakuläre Auftritte auf vielen Hauptversammlungen bekannte Universitätsprofessor Ekkehard Wenger und sein ebenfalls in Würzburg lehrender Kollege Leonhard Knoll wollen durchsetzen, dass sich die Bank angesichts der Finanzkrise darauf vorbereitet, das Kapitalmarktgeschäft binnen zweier Jahren abzuspalten.

FRANKFURT. Deutschlands größtes Geldhaus veröffentlichte am Montag Wengers Antrag zur Tagesordnung des Aktionärstreffens am 29. Mai. Die streitbaren Aktionäre fordern zudem eine Beschränkung risikoreicher Geschäfte in den USA und drei weitere Änderungen der Satzung. Alle Punkte werden vom Vorstand der Bank abgelehnt. Der Branchenprimus hatte zwar wegen der Krise mehr als vier Mrd. Euro abschreiben müssen, schlug sich aber bislang weitaus besser als die viele anderen Großbanken weltweit. Beobachter rechnen nicht damit, dass große Fondsgesellschaften, die den Löwenanteil der Aktien des Instituts halten, dem Antrag folgen werden.

Auch beim Deutsche-Bank-Konkurrenten UBS hat ein Großaktionär, der frühere Konzernchef Luqman Arnold, die Aufspaltung der Bank gefordert. Allerdings plädiert er dafür, die Investmentbank unter dem Dach einer Holding zu halten.

Die beiden Wissenschaftler begründen ihre Forderung nach einer Aufspaltung der Bank damit, dass Investmentbanken sich von Fußball-Vereinen nur unwesentlich unterscheiden: „Letzten Endes wird alles an die Spieler verteilt und für den Verein bleibt nichts.“
Multi-Milliarden-Boni für die Spitzenkräfte der Banken in guten Jahren korrespondierten mit Jahren, in den Blasen platzen und in denen die Aktionäre auf den Verlusten sitzen bleiben. Im statistischen Durchschnitt sei Investment-Banking kein Geschäftsmodell, das auf Dauer und mit Erfolg in Publikumsaktiengesellschaften betrieben werden könne, argumentieren die beiden Aktionäre. Wenger und Knoll wollen zudem Sonderprüfungen durchsetzen, da sie etwa in der Vergütung von Führungskräften in den vergangenen Jahren einen Verstoß gegen die Sorgfaltspflichten vermuten.

Wenger war in der Öffentlichkeit bekannt geworden, als er auf einer Hauptversammlung von Daimler aus dem Saal getragen wurde, weil er das Redepult nicht räumen wollte. Auf dem jüngsten Aktionärstreffen der IKB drohte er mit einem ähnlichen Verhalten. Eine gewaltsame Entfernung Wengers vom Mikrofon war allerdings nicht nötig, da es ein zweites Rednerpult gab.

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