Deutsche-Bank-Tochter: Privatbank Sal. Oppenheim steht Kahlschlag bevor

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Privatbank Sal. Oppenheim steht Kahlschlag bevor

Der Umbau in der Vermögensverwaltung der Deutschen Bank schlägt sich auch bei der Tochter Sal. Oppenheim nieder. Jetzt zweite Stelle könnte wegfallen. Die Privatbank verliert ein weiteres Stück ihrer Selbstständigkeit.

Frankfurt/MünchenDer Sparkurs der Deutschen Bank in der Vermögensverwaltung trifft auch die Tochter Sal. Oppenheim mit voller Wucht. Bei dem Institut, das zuletzt noch rund 930 Mitarbeiter in Deutschland und Luxemburg beschäftigte, steht ein Jobabbau "in signifikantem Umfang" an, wie Sal. Oppenheim am Dienstagabend mitteilte. Zahlen nannte die Kölner Traditionsbank unter Verweis auf die angelaufenen Gespräche mit dem Betriebsrat nicht.

Betriebsbedingte Kündigungen sind aber ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete vorab aus ihrer Mittwochausgabe unter Berufung auf Arbeitnehmervertreter, es sollten knapp 500 Stellen wegfallen. Demnach soll der Mitarbeiterstamm des in Köln ansässigen Bankhauses von derzeit rund 780 auf knapp 280 Mitarbeiter schrumpfen. Bis zum Ende des ersten Quartals 2014 solle der Stellenabbau vollzogen sein.

Eine Sprecherin von Sal. Oppenheim bestätigte den Bericht nach Angaben der Zeitung im Grundsatz. Eine Sprecherin wollte sich demnach aber zu konkreten Mitarbeiterzahlen nicht äußern. Ein Arbeitnehmervertreter warnte in der Zeitung, "in dieser kurzen zeitlichen Frist" sei "ein sozialverträglicher Abbau unmöglich". "Es wird zu betriebsbedingten Kündigungen kommen", fügte er hinzu.

Die Privatbank Sal. Oppenheim, die einst mehr als 2000 Mitarbeiter beschäftigte, gehört seit der Beinahe-Pleite im Sommer 2009 zur Deutschen Bank und hatte nach mehreren Jahren harter Sanierung 2011 wieder die Gewinnschwelle erreicht. Noch im Frühjahr hatte Oppenheim-Chef Wilhelm von Haller die Krise für beendet erklärt. Doch seither weht bei der Mutter in Frankfurt ein anderer Wind. Die Deutsche Bank räumt auf ihrer Großbaustelle Vermögensverwaltung radikal auf.

Das Geschäft mit privaten und institutionellen Kunden wurde zur neuen Sparte Asset and Wealth Management (AWM) zusammengelegt. Der neue Chef des Bereichs, Michele Faissola, will eine "integrierte Plattform" schaffen, aktive und passive Produkte aus einer Hand anbieten und vor allem das Geschäft mit sehr reichen Privatkunden ankurbeln. Doppelstrukturen sollen beseitigt werden, damit AWM bis 2015 einen Vorsteuergewinn von 1,7 Milliarden Euro abwirft - mehr als doppelt so viel wie bisher.

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