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11.07.2007 
Globaler Finanzmarkt

Deutsche Bank verteilt gute Noten für Hedge-Fonds

von Rolf Benders

„Heuschrecken“, „schwarze Löcher“: In der Öffentlichkeit haben Hedge-Fonds und Private-Equity-Firmen einen eher zweifelhaften Ruf. Nicht so für den Risikovorstand der Deutschen Bank. Dieser hält Beteiligungsfirmen für einen sichernden Faktor im Finanzsystem.

FRANKFURT. Das weltweite Finanzsystem ist nach Einschätzung des Risikovorstandes der Deutschen Bank dank des Booms bei Hedge-Fonds und Private-Equity-Firmen sicherer geworden. „Die systematischen Risiken sind heute geringer als früher“, sagte Hugo Bänziger.

Mit Verve trat er den Thesen von der Destabilisierung des Systems durch die als „Heuschrecken“ und „schwarze Löcher“ gebrandmarkten Investorengruppen entgegen. Die meisten Akteure am Markt seien dank dieser Anlegergruppe, die als Aufkäufer für risikogerecht gepreiste Beteiligungen, Bonds oder verbriefte Kredite aufträten, heute besser diversifiziert als früher.

Bänziger schaltet sich damit in die Debatte um die Regulierung und höhere Transparenz bei diesen wenig beaufsichtigten, aber immer bedeutender werdenden Akteuren am Kapitalmarkt ein. Für – zum großen Teil geliehene – Milliardensummen steigen diese bei Unternehmen ein oder investieren in immer risikoreichere Anlageformen. 1999 hatte die Schieflage des Hedge-Fonds LTCM das Weltfinanzsystem an den Rand einer Krise gestürzt; zuletzt gerieten im Zuge der US-Krise bei Hypothekendarlehen mit niedriger Bonität (Subprime-Kredite) zwei Fonds der Investmentbank Bear Stearns in Schwierigkeiten. Diese hatten sich mit Kreditderivaten im Subprimemarkt verspekuliert und mussten von der Muttergesellschaft gestützt werden. Prominente Regulierer, darunter Deutschlands oberster Finanzmarktaufseher Jochen Sanio, hatten vor diesem Hintergrund bereits vor Jahren Hedge-Fonds als „schwarze Löcher“ des Finanzmarktes bezeichnet und mehr Transparenz gefordert. Dem hatte sich zuletzt auch Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann angeschlossen.

Bänziger hält die öffentliche Kritik an Hedge-Fonds, die sich an Einzelfällen entzündet, aber für überzogen. „Der Absturz eines Jumbos war auch nicht das Ende der Zivilluftfahrt“, meint er. Außerdem: Bei Krisen am Markt fände sich dank der neuen Investorengruppe anders als früher immer jemand, der einem angeschlagenen Akteur Positionen abkaufe. So seien die Hedge-Fonds in der General Motors-Krise, als das Gespenst der Insolvenz des Autogiganten durch die Märkte geisterte, als Käufer der abstürzenden GM-Bonds aufgetreten. Als LTCM in Schieflage geriet, hatten Banken, darunter die Deutsche Bank, Geld zugeschossen und am Ende sogar einen deutlichen Gewinn dabei gemacht. Auch die Bear-Stearns-Probleme hätten sich so auffangen lassen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wo echtes Krisenpotenzial für die globalen Finanzmärkte lauert.

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