In der Kapitalmarktkrise treibt die Deutsche Bank das Privatkundengeschäft als Wachstumsmotor voran und hält die Augen für Zukäufe offen. Außer auf dem Heimatmarkt will Deutschlands größtes Geldhaus in rasant wachsenden Ländern wie Indien oder Polen kräftig zulegen.
FRANKFURT. "Wir werden alle Expansionsmöglichkeiten prüfen, sobald sie sich ergeben", sagte Privatkunden-Chef Rainer Neske der Nachrichtenagentur Reuters. Die Größe eines Übernahmeziels sei dabei nicht entscheidend.
Während die Deutsche Bank
im Investment-Banking infolge der Turbulenzen an den Kreditmärkten im zweiten Halbjahr 2007 herbe Einbußen hinnehmen musste, blieb das Geschäft mit Privatkunden krisenresistent. Bankchef Josef Ackermann hat erst kürzlich sein Interesse an einem Kauf der Postbank
mit ihren knapp 15 Mill. Kunden bekräftigt.
Neske machte aber deutlich, dass das Geldhaus im Privatkundengeschäft nicht primär auf Übernahmen abzielt. "Grundsätzlich ist organisches Wachstum billiger als potenziell kostspielige Akquisitionen", sagte der Banker. Neske hat in den vergangenen Jahren in einigen Wachstumsmärkten in Europa und Asien das Filialnetz kräftig ausgebaut.
"In Europa sind Polen, Portugal und Belgien attraktive Märkte für uns", sagte er. Deutschland bleibe aber die wichtigste Region für das Geldhaus. Weltweit kommt die Bank auf mehr als 13 Mill. Privatkunden, alleine im vergangenen Jahr wurden gut eine Million hinzugewonnen.

