Die deutschen Banken drängen die Bundesregierung wegen der Finanzkrise zu branchenweiten Stützungsaktionen. Spitzenvertreter der Kreditwirtschaft sind dieser Tage häufig in Berlin, um dort den Widerstand gegen einen landesweiten Risikoschirm für die Branche zu brechen.
HB DÜSSELDORF. Dieser Risikoschirm müsse aber innerhalb der Europäischen Union mit anderen Staaten eng koordiniert werden, so die Forderung. Privatbanken und Sparkassen arbeiteten derzeit parallel an entsprechenden Vorschlägen, die über den bereits angekündigten staatlichen Schutz der Spareinlagen hinausgehen. „Wir wollen wegkommen von den Einzelfalllösungen und hin zu pauschalen Risikoabschirmungen, die das Vertrauen in die Banken wieder herstellen“, sagte ein Sparkassen-Funktionär.
Bundeskanzlerin Angela Merkel erteilte am Dienstag zwar einem europäischen Risikoschirm erneut eine Absage. Zugleich vereinbarten die EU-Finanzminister in Brüssel aber, dass sie „systemrelevante Finanzinstitute“ unterstützten würden. Um welche Häuser es sich dabei handelt, wurde nicht präzisiert. „Da es keine Liste schützenswerter Häuser gibt, handelt es sich praktisch um eine Art Pauschal-Absicherung“, sagte ein Banker am Mittwoch.
Dies sei bereits ein Schritt in die richtige Richtung. Der Bankenverband begrüßte die Ankündigung der EU-Finanzminister ausdrücklich: „Es ist ein großer Fortschritt, dass die EU-Staaten sich zu einem koordinierten Vorgehen bei der Bekämpfung der internationalen Finanzmarktkrise entschlossen haben“, erklärte der Verband der privaten Geschäftsbanken.

