Die beiden an der Deutsche Börse
beteiligten Hedgefonds TCI und Atticus wollen künftig mit vereinten Kräften ihre Interessen durchsetzen.
Eine Europaflagge und eine Fahne der Deutschen Börse hängen vor dem Gebäude der Deutschen Börse in Frankfurt Foto: ap
HB FRANKFURT. Die beiden Großaktionäre des Frankfurter Börsenbetreibers teilten am Dienstag mit, zusammenarbeiten zu wollen. Geprüft würden alle Optionen, um Nutzen für die Aktionäre zu bringen. Dies könnte auch den Austausch von Mitgliedern des Aufsichtsrates der Börse mit sich bringen.
Die beiden Hedgefonds halten den Angaben zufolge künftig zusammen 19 Prozent der Stimmrechte der Deutschen Börse
. TCI und Atticus behielten sich vor, ihren Anteil aufzustocken oder zu vermindern, hieß es.
Die Deutsche Börse
AG erklärte dazu in Frankfurt, sie kommentiere das Verhalten einzelner Anteilseigner nicht: "Grundsätzlich befindet sich das Unternehmen aber in einem ständigen Dialog mit allen seinen Anteilseignern." Alle Aktionäre hätten das Recht, Vorschläge für die Besetzung des Aufsichtsrates zu machen.
Die Aktien der Deutschen Börse
legten in Reaktion auf die Allianz der Großaktionäre am Dienstag um mehr als fünf Prozent auf 67,12 Euro zu. Händler begründeten das mit der Hoffnung auf eine attraktive Sonderausschüttung hat. "Wenn die zwei Hauptaktionäre sich einig sind, etwas zu tun, um Wert zu schaffen, dann scheint das nicht ganz aussichtslos zu sein", sagte ein Händler. "Man erhofft sich seit Jahren eine Abspaltung von Clearstream und eine Sonderausschüttung, vielleicht kommt da jetzt Bewegung rein."
Seit Jahresbeginn haben die Aktien des Frankfurter Börsenbetreibers rund 52 Prozent verloren. Analysten machen die langsamer wachsenden Umsätze an den Börsen und die Konkurrenz durch alternative Handelsplattformen dafür verantwortlich. Das dürfte in den Aktionärsreihen für Unruhe sorgen. In der Vergangenheit hatte es bereits heftige Auseinandersetzungen zwischen TCI und der Deutschen Börse
gegeben. Der Hedgefonds war etwa gegen die Pläne des Börsenbetreibers vorgegangen, mit der Londoner Börse LSE
zu fusionieren. Im Zuge des Konflikts musste der damalige Börsenchef Werner Seifert abtreten. Die Fusion kam nicht zustande.
Bei der Deutschen Börse
steht im Mai 2009 auf der Hauptversammlung die turnusmäßige Wahl von Aufsichtsratsmitglieder an, der derzeit von Kurt Viermetz geleitet wird.

