0 Bewertungen
25.08.2008 
Doppelstrategie

Deutsche Börse kommt Hedge-Fonds entgegen

von Rolf Benders

Im Wettbewerb zwischen etablierten Börsen und alternativen Handelssystemen hat sich die Deutsche Börse für einer Doppelstrategie entschieden. In den USA hat sie über ihre Tochterbörse ISE ein Drittel der Anteile an der aufstrebenden Aktienhandelsplattform „Direct Edge“ erworben und dafür 123 Mill. Dollar investiert.

Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt am Main: Anders als etwa auf dem Frankfurter Handelssystem kann man bei "Direct Edge" sehr große, verdeckte Order einstellen.Lupe

Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt am Main: Anders als etwa auf dem Frankfurter Handelssystem kann man bei "Direct Edge" sehr große, verdeckte Order einstellen.

NEW YORK. Die Deutsche Börse operiert damit in Zukunft als traditionelle Börse, profitiert aber auch von der rasanten Entwicklung alternativer Anbieter, die den etablierten Betreibern seit einiger Zeit erfolgreich Marktanteile abjagen. ISE-Chef Garry Katz stellte am Freitag aber klar, die von seinem Unternehmen geförderte Expansion von Direct Edge (DE) werde sich auf absehbare Zeit auf die USA beschränken.

Direct Edge hat nach eigenen Angaben in den USA im Aktienhandel einen Marktanteil von gut fünf Prozent und ist damit mit dem europäischen Pendant Chi-X zu vergleichen, das seit einigen Monaten auch in Deutschland Marktanteile gewinnt. Die alternativen Plattformen ziehen auf Grund neuer Ordertypen, geringerer Gebühren und virtueller Handelsräume („Dark Pools“) Geschäft vor allem von Investmentbanken und Hedge-Fonds an. Anders als etwa auf dem Frankfurter Handelssystem kann man bei DE sehr große, verdeckte Order einstellen. Damit vermeidet man Kursreaktionen, die unweigerlich auftreten, wenn etwa ein großer Verkaufsauftrag an einer traditionellen Börse öffentlich sichtbar wird.

Die Frankfurter lehnen für sich eine solche Handelstechnik bisher ab, hatten aber zu verstehen gegeben, dass sie Wege suchen, sich diesem Kundenbedürfnis zu nähern. Konkurrenten wie die Londoner LSE hatten sich zuletzt entschlossen, gemeinsam Investmentbanken eigene „Dark Pools“ anzubieten.

Nach dem Einstieg bei DE soll der Aktienhandel der ISE auf deren Plattform verschmolzen werden. Gemeinsam mit den anderen DE–Eigentümern, dem Broker Knight Capital, dem Hedge-Fonds Citadel und der Investmentbank Goldman Sachs soll DE ausgebaut werden. Deren Chef William O’Brian rechnet mit einem Anstieg des Marktanteils in den zweistelligen Bereich in 12 bis 18 Monaten.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterImmobilien + Vorsorge

Vorsorgen statt konsumieren  Artikel in Merkliste

04.12.2008, 17:14 Uhr

Dies ist keine Zeit für Anschaffungen und Vergnügungen, glauben viele Deutsche. Das geht jedenfalls aus aktuellen Umfragen hervor. Hoch im Kurs steht hingegen die Vorsorge – für schlechte Zeiten und den Ruhestand. Artikel


Anzeige