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12.01.2009 
Übernamegerüchte

Deutsche Börse liebäugelt mit der Warschauer Börse

Die Deutsche Börse will sich offenbar die Warschauer Börse einverleiben. Doch einfach ist es nicht. Erst haben politische Spannungen zwischen Deutschland und Polen die Gespräche gebremst, jetzt muss sich die Deutsche Börse gegen andere starke Interessenten behaupten.

HB FRANKFURT. Die Deutsche Börse will sich nach Informationen aus Finanzkreisen die Warschauer Börse einverleiben. Gespräche zwischen den beiden Börsenbetreibern gebe es schon seit anderthalb Jahren, sagte eine mit der Situation vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Allerdings hätten die Sondierungen wegen der politischen Spannungen zwischen Deutschland und Polen in der Amtszeit der Brüder Kaczynski auf Eis gelegen und würden nun reaktiviert.

Polen wollte ursprünglich bereits im vergangenen Jahr zwei Drittel seiner Anteile an der Börse veräußern. Die Finanzkrise machte dann der Mitte-Rechts-Regierung jedoch einen Strich durch die Rechnung. Nun wird die Privatisierung des Marktplatzes wieder vorangetrieben. Der polnische Staat, der 99 Prozent an dem Betreiber hält, will sich in zwei bis drei Jahren von allen Anteilen trennen. Erst vergangene Woche hatte das Finanzministerium angekündigt, es strebe in einer ersten Phase den Verkauf von bis zu 73,8 Prozent an. Mindestens 51 Prozent sollen an strategische Investoren und Großanleger gehen. Eingeladen sind die weltgrößten Börsen. Aus dem Rennen sei aber von vornherein der Hauptkonkurrent in Zentral- und Osteuropa, die Wiener Börse.

Ein Sprecher der Deutschen Börse lehnte eine Stellungnahme ab. Laut Medienberichten sind auch die Deutsche-Börse-Konkurrenten Nasdaq-OMX und die Londoner Börse LSE an einem Einstieg in Polen interessiert.

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