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06.01.2009 
Deutsche Börse

Deutsche Börse plant Übernahme in Skandinavien

von Helmut Steuer, Oliver Stock und Ralf Drescher

Die Deutsche Börse verhandelt mit dem schwedischen Handelssystem-Anbieter Neonet über eine Mehrheitsübernahme. Das Volumen des Deals bezifferten Beteiligte auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag. Von dem Deal erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen.

Die Deutsche Börse will sich in Schweden engagieren. Foto: apLupe

Die Deutsche Börse will sich in Schweden engagieren. Foto: ap

HB FRANKFURT. Von dem Deal erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen. Das Unternehmen, dessen Kurs stark gefallen ist, kommt auf eine Marktkapitalisierung von rund 675 Millionen schwedische Kronen (knapp 63 Millionen Euro). Im dritten Quartal 2008 erzielte Neonet bei einem Umsatz von 180 Millionen Kronen einen Überschuss von 7,8 Millionen Kronen. Ein Jahr zuvor lag der Nettogewinn drei Mal höher. Die Beteiligten lehnten einen Kommentar ab.

Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von technischen Handelsplattformen spezialisiert und bietet eine eigene Infrastruktur für den elektronischen Direkthandel mit rund 30 Börsen der Welt an. Neonet-Chef Simon Nathanson sprach vor kurzem von „einem Krieg um Millisekunden“, die die neuen Systeme bewältigen müssen.

Die Schweden bieten unter anderem ein System an, mit dem Kauf- und Verkaufsorders automatisch zum mittleren Kurs ausgeführt werden – eine Technik, die immer mehr Börsenbetreiber offerieren, auch die Deutsche Börse ist im November mit ihrem Service „Xetra MidPoint“ auf den Zug aufgesprungen. Auf Xetra Midpoint können Investoren ihre Order abgeben, ohne dass die sofort für andere Handelsteilnehmer sichtbar wird. Nach Angaben aus Finanzkreisen hat die Börse trotz hoher Investitionen in den neuen Service aber Probleme mit der Technologie. Ein Kauf von Neonet werde nun im Vergleich zu weiteren Investitionen in die eigene Technik als günstigere Option erachtet.

Darüber hinaus ist Neonet als Brokerhaus interessant. Die Deutsche Börse muss sich unabhängiger von den Orderaufträgen der Banken machen, die inzwischen mehr und mehr ihre eigene Börsenplattformen betreiben. Neonet käme da gelegen.

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