Der Vorstandschef der zur Allianz gehörenden Dresdner Bank, Herbert Walter, zeigte sich skeptischer. "Eine Konsolidierung der deutschen Banken wäre sicher der Schritt in die richtige Richtung, aber sie löst nicht das Problem des internationalen Wettbewerbsdrucks", sagte er. Private Finanzinstitute müssten sich stärker spezialisieren und effizienter werden. Die Allianz hatte kürzlich angekündigt, ihre Banktochter aufzuspalten in eine Privatkunden- und Investmentbanking-Sparte. Ein separater Verkauf der beiden Bereiche gilt als sehr wahrscheinlich.
Seit Wochen dominieren Gerüchte über das zukünftige Aussehen der deutschen Bankenlandschaft die Medien und Kapitalmärkte. Am Freitag hatte die Deutsche Bank
die Spekulationen von Börsianern angeheizt, als sie Interesse an der möglicherweise bald zum Verkauf stehenden Citibank äußerte.
Wenn das zur US-Bank Citigroup gehörende Institut auf den Markt komme, werde die Deutsche Bank
es sich anschauen, sagte Fitschen. An der Börse zogen sämtliche Finanztitel an. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte aus Finanzkreisen vor ein paar Tagen erfahren, dass Citigroup-Chef Vikram Pandit einen Verkauf der auf Privatkunden spezialisierten Deutschland-Tochter oder Teilen davon prüft. Seine Entscheidung wird für Anfang Mai erwartet.

