Zur Finanzierung des Wachstums wird die Deutsche Leasing (DL) schrittweise ihr Kapital um 300 Mill. Euro erhöhen. Mit der Kapitalerhöhung wolle man auch gewappnet sein, sollten sich Chancen für strategische Akquisitionen im In- und Ausland bieten, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutsche Leasing (DL), Hans-Michael Heitmüller.
pk FRANKFURT. Die Deutsche Leasing (DL) ist der zentrale Spezialfinanzierer im Besitz der öffentlich-rechtlichen Sparkassen. Laut Vorstandsvorsitzendem Hans-Michael Heitmüller haben mit 416 Sparkassen rund 93 Prozent der Institute die Kapitalerhöhung gezeichnet.
Damit werden die Sparkassen in den kommenden Monaten und Jahren gleich mehrfach in die Pflicht genommen. So haben die einzelnen Regionalverbände beschlossen, etwa vier Mrd. Euro für ein Gebot zum Erwerb der Landesbank Berlin samt Berliner Sparkasse aufzubringen. Heitmüller erklärte, mit dem „Zeitfenster“ habe er Glück gehabt, weil die Sparkassen schon seit dem vergangenen Sommer auf Road-Shows vom Kapitalbedarf der Leasinggesellschaft überzeugt worden seien. Mit zunehmender Diskussion über den Einsatz für Berlin habe der „Gegenwind“ zugenommen. „Wenn wir heute starten müssten, würde es schwieriger.“
In den ersten fünf Monaten des Geschäftsjahres 2006/2007 (30. September) nahm das Neugeschäft der DL-Gruppe um 35 Prozent zu; im zurückliegenden Geschäftsjahr wurde mit einem Plus von 11,5 Prozent auf 6,8 Mrd. Euro ein Rekord erreicht. Das wirtschaftliche Ergebnis nach Risikovorsorge habe mit 82 Mill. Euro im Plan gelegen. Der Druck auf die Gewinnmargen habe sich nochmals verschärft. „Die solventen Kunden sind knüppelhart umkämpft“, konstatierte der DL-Vorstandschef. Nur durch den Tritt auf die Kostenbremse und ein deutlich höheres Geschäftsvolumen konnten die Erträge stabilisiert werden. Zu den Wettbewerbern der DL zählen die Süd-Leasing der Landesbank Baden-Württemberg, die VR Leasing der Genossenschaftsbanken und die Töchter ausländischer Finanzkonzerne, etwa der Royal Bank of Scotland oder der Société Générale.
Heitmüller appelliert an die Bundesregierung, die geplanten steuerlichen Nachteile für die Branche aus der Gegenfinanzierung der Unternehmensteuerreform zu überdenken. Sonst werde es bei den deutschen Leasing-Unternehmen zu einem „Sterben auf Raten“ kommen. Dann müssten die Gesellschaften aus „Notwehr“ ihren Sitz ins Ausland verlagern, das gelte auch für die DL-Gruppe. Im Gegenzug würden ausländische Anbieter profitieren, die in ihrer Heimat keinen steuerlichen Einschränkungen beim Abzug ihres Finanzierungsaufwands unterlägen.

