Die Deutsche Leasing verzeichnet ein stürmisches Wachstum auf den Auslandsmärkten. Die gute Konjunktur bei Investitionsgütern bringt dem Spezialfinanzierer der Sparkassen ein kräftiges Umsatzplus. Allerdings hält der Druck auf die Gewinnmargen in der Branche unvermindert an.
pk STOCKHOLM. Für das laufende Geschäftsjahr 2006/2007 zum 30. September erwarte man im Ausland ein Umsatzplus von rund 30 Prozent auf rund eine Milliarde Euro, kündigte Vorstandsvorsitzender Hans-Michael Heitmüller in Stockholm an. In den ersten acht Monaten habe man im Neugeschäft bereits ein Plus von 41 Prozent auf 685 Mill. Euro verzeichnet.
Leasing profitiere derzeit stark von den wachsenden Investitionen deutscher Unternehmer auf den internationalen Absatzmärkten, sagte Heitmüller. Die Konjunktur laufe so gut wie lange nicht mehr, vereinzelt zeichneten sich jetzt Engpässe in der Produktion und bei der Rohstoffbeschaffung ab. Die Auslandsnachfrage nach Investitionsgütern „Made in Germany“ sei im ersten Quartal 2007 gegenüber der Vergleichszeit des Vorjahres um 29 Prozent gestiegen.
Allerdings hält der Druck auf die Gewinnmargen in der Branche unvermindert an. Vor allem ausländische Anbieter versuchen, über Kampfkonditionen neue Kunden zu gewinnen. Heitmüller sagte, um die geplanten Erträge für die Deutsche Leasing zu erreichen, müsse das Neugeschäft um etwa ein Drittel zulegen. „Das gesamte Wachstum geht dafür drauf“, schilderte der Leasingexperte die Lage.
Leasing ist einer der Haupttreiber des Wachstums in der Investitionsgüterindustrie. 2006 wurden in Deutschland bei Ausrüstungsinvestitionen von insgesamt 169 Mrd. Euro etwa 54 Mrd. Euro über Leasing finanziert. Insbesondere der deutsche Mittelstand ist auf die alternative Finanzierung zum Kredit angewiesen, weil seine Eigenkapitaldecke chronisch dünn ist. Die Leasinggeber kennen aus langjähriger Erfahrung die Werthaltigkeit der Maschinen und Fahrzeuge und ziehen auch dann noch mit, wenn Banken eine Kreditfinanzierung aus Bonitätsgründen ablehnen.
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Vorstandsmitglied Rüdiger von Fölkersamb kündigte an, das Auslandsnetz der Deutschen Leasing in Kürze mit Töchtern in den USA und in Rumänien zu ergänzen. In Chicago werde eine Gesellschaft mit anfangs rund zwölf Beschäftigten starten, die „allerspätestens“ nach drei Jahren schwarze Zahlen schreiben soll. Auch die Ukraine und die Türkei seien potenzielle Zielländer. Die Deutsche Leasing folgt mit ihrem „Vendoren-Konzept“ den Handelsströmen der deutschen Exporteure und besorgt die Absatzfinanzierung der Mittelständler vor Ort. Das Ausland steuert derzeit 17 Prozent am Geschäft mit mobilen Investitionsgütern der Bad Homburger Gesellschaft bei, bis 2009 soll der Anteil auf 20 Prozent steigen.
Im Ausland konkurriert die Deutsche Leasing mit den Finanzierungstöchtern der internationalen Banken und Finanzdienstleister, in ausgesuchten Märkten trifft sie auch auf die zur Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zählende Süd-Leasing. Künftig dürfte auch die BayernLB mit ihrer neuen Tochter Hypo-Alpe-Adria-Bank zu einem Konkurrenten im Leasinggeschäft werden. Im Inland zählen neben der Süd-Leasing auch die zum genossenschaftlichen Lager gehörende VR Leasing und die Gefa, eine Tochter der französischen Großbank Société Générale, zu den Konkurrenten.
Heitmüller hatte vor wenigen Wochen mit der Verlagerung seiner Gesellschaft ins Ausland gedroht, sollten die ursprünglichen Pläne zur Gegenfinanzierung der Unternehmensteuerreform umgesetzt werden. Diese sahen unter dem Stichwort „Zinsschranke“ vor, dass Zinsaufwendungen nach Saldierung mit den Zinserträgen nur noch bis zu einer Höhe von 30 Prozent des Ertrags vor Steuern und Zinsen (Ebit) steuerlich abzugsfähig sein sollten. Da Leasinggesellschaften über keine Zinserträge verfügen, sondern Leasingraten einnehmen, hätte dies zu einer erheblichen Mehrbelastung der Gesellschaften geführt. Durch Überzeugungsarbeit in Berlin konnte die Branche eine neue Bemessungsgrundlage durchsetzen, die mit dem Ebitda auch die Abschreibungen einbezieht. So konnte das Problem entschärft werden. „Wir bleiben, wo wir sind, und ziehen nicht weg“, sagte Heitmüller.

