Vorstandsmitglied Rüdiger von Fölkersamb kündigte an, das Auslandsnetz der Deutschen Leasing in Kürze mit Töchtern in den USA und in Rumänien zu ergänzen. In Chicago werde eine Gesellschaft mit anfangs rund zwölf Beschäftigten starten, die „allerspätestens“ nach drei Jahren schwarze Zahlen schreiben soll. Auch die Ukraine und die Türkei seien potenzielle Zielländer. Die Deutsche Leasing folgt mit ihrem „Vendoren-Konzept“ den Handelsströmen der deutschen Exporteure und besorgt die Absatzfinanzierung der Mittelständler vor Ort. Das Ausland steuert derzeit 17 Prozent am Geschäft mit mobilen Investitionsgütern der Bad Homburger Gesellschaft bei, bis 2009 soll der Anteil auf 20 Prozent steigen.
Im Ausland konkurriert die Deutsche Leasing mit den Finanzierungstöchtern der internationalen Banken und Finanzdienstleister, in ausgesuchten Märkten trifft sie auch auf die zur Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zählende Süd-Leasing. Künftig dürfte auch die BayernLB mit ihrer neuen Tochter Hypo-Alpe-Adria-Bank zu einem Konkurrenten im Leasinggeschäft werden. Im Inland zählen neben der Süd-Leasing auch die zum genossenschaftlichen Lager gehörende VR Leasing und die Gefa, eine Tochter der französischen Großbank Société Générale, zu den Konkurrenten.
Heitmüller hatte vor wenigen Wochen mit der Verlagerung seiner Gesellschaft ins Ausland gedroht, sollten die ursprünglichen Pläne zur Gegenfinanzierung der Unternehmensteuerreform umgesetzt werden. Diese sahen unter dem Stichwort „Zinsschranke“ vor, dass Zinsaufwendungen nach Saldierung mit den Zinserträgen nur noch bis zu einer Höhe von 30 Prozent des Ertrags vor Steuern und Zinsen (Ebit) steuerlich abzugsfähig sein sollten. Da Leasinggesellschaften über keine Zinserträge verfügen, sondern Leasingraten einnehmen, hätte dies zu einer erheblichen Mehrbelastung der Gesellschaften geführt. Durch Überzeugungsarbeit in Berlin konnte die Branche eine neue Bemessungsgrundlage durchsetzen, die mit dem Ebitda auch die Abschreibungen einbezieht. So konnte das Problem entschärft werden. „Wir bleiben, wo wir sind, und ziehen nicht weg“, sagte Heitmüller.

