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09.09.2008 
Großaktionär TCI will Zerschlagung

Deutscher Börse steht heißer Herbst bevor

von Rolf Benders, Robert Landgraf, Michael Maisch und Oliver Stock

Noch in diesem Herbst dürfte die Entscheidung über die Zukunft der Deutschen Börse fallen. Die mächtigsten Anteilseigner des Frankfurter Börsenkonzerns, die Hedge-Fonds TCI und Atticus, sitzen derzeit zusammen, um Maßnahmen zur Steigerung des Unternehmenswertes auszuarbeiten. Ein offenbar diskutiertes Szenario ist die Zerschlagung.

Eine Europaflagge und eine Fahne der Deutschen Börse hängen vor dem Gebäude der Deutschen Börse in Frankfurt Foto: apLupe

Eine Europaflagge und eine Fahne der Deutschen Börse hängen vor dem Gebäude der Deutschen Börse in Frankfurt Foto: ap

FRANKFURT. "Es ist eher eine Frage von Wochen als von Monaten, bis mit dem Management über das Ergebnis gesprochen wird", heißt es aus mit dem Sachverhalt vertrauten Kreisen. Ob es dabei auf eine Aufspaltung des vom Schweizer Reto Francioni geführten Konzerns hinauslaufen wird, sei noch unklar. Aber die Unterbewertung der Aktie zeige, dass der Konzern "krank" sei und eine "Heilung" herbeigeführt werden müsse: "Sonst ist der Konzern bei weiteren Konsolidierungsschritten in der Branche im Nachteil."

Vergangene Woche hatten Atticus und TCI ihre Zusammenarbeit, über die bislang nur spekuliert worden war, offiziell bei den Aufsichtsbehörden angemeldet. Beide waren 2004/5 eingestiegen und hatten den geplanten Kauf der Londoner Börse (LSE) durch die Frankfurter verhindert. Lange galt dies als kluger Schachzug, denn der Börsenkurs stieg danach unaufhaltsam. Weil der Kurs sich seit Jahresbeginn aber mehr als halbiert hat, rieselten den Fonds, die zusammen gut 19 Prozent halten, Buchgewinne in Milliardenhöhe wie Sand durch die Finger. Wegen der bescheidenen Präsenz auf deutschen Hauptversammlungen können sie im Verein mit wenigen anderen Anteilseignern leicht eine Mehrheit für Forderungen erreichen. Die Fonds äußerten sich zu den gemeinsamen Plänen nicht.

Derzeit notiert die Börsen-Aktie bei gut dem Elffachen der für 2008 erwarteten Gewinne. Die Derivatebörse Chicago Mercantile Exchange (CME) dagegen ist an der Börse das 35-Fache wert. Als eine Variante, diesen für Übernahmen und Fusionen gewichtigen Nachteil loszuwerden, gilt die Platzierung von Aktien der Derivatetochter der Börse, der Eurex. Die Idee dahinter: Eine Bewertung der Eurex-Aktie auf dem Niveau der CME würde auch die Papiere des Gesamtkonzerns hochziehen.

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