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26.10.2007 
Immobilienkrise

Deutschland bislang nicht betroffen

von P. Köhler und R. Landgraf

Auf dem Heimatmarkt sind sie von der Immobilienkrise stark betroffen. Doch ihre Deutschland-Politik wollen weder die Bank of America noch die Citigroup ändern. Die US-Bank Bear Stearns will ihre Mannschaft in Frankfurt sogar vergrößern.

Bear Stearns hat im dritten Quartal 2007 stark unter den Verlusten im Hypothekengeschäft gelitten. Foto: apLupe

Bear Stearns hat im dritten Quartal 2007 stark unter den Verlusten im Hypothekengeschäft gelitten. Foto: ap

FRANKFURT. Die US-Bank Bear Stearns setzt auf eine Internationalisierung des Geschäftes, um Finanzkrisen künftig besser abzufedern. Der Chef für Europa und Asien, Michel Péretié, kündigte gegenüber dem Handelsblatt einen massiven Ausbau an. „Der Erlösanteil von Asien und Europa am Gesamtgeschäft soll sich innerhalb von fünf bis sieben Jahren im besten Fall auf 40 Prozent verdoppeln“, sagte er. Mit diesem Schritt folgt Bear Stearns Konkurrenten wie Lehman Brothers und Goldman Sachs, die ihre US-Abhängigkeit in den letzten Jahren stark verringert haben.

Bear Stearns hatte im dritten Quartal 2007 stark unter den Verlusten im Hypothekengeschäft gelitten. Das Haus zählt zu den größten Emittenten von mit Immobiliendarlehen besicherten Anleihen an der Wall Street. Zudem waren zwei Hedge- Fonds in Schieflage geraten. Die Folge: Der Nettogewinn fiel um gut 60 Prozent.

Bei der Neuausrichtung setzt Bear Stearns in Asien auf die Kooperation mit dem chinesischen Brokerhaus Citic Securities. In Europa spielen nach den Worten von Florian Lahnstein, Ko-Chef Investment-Banking in Europa, für das Haus insbesondere Großbritannien und Deutschland eine wichtige Rolle. Trotz der Krise soll die Frankfurter Mannschaft von heute 20 schon bald auf bis zu 50 Banker aufgebaut werden. Ein Einstieg in der Vermögensverwaltung für Reiche in Deutschland ist als neues Feld ebenfalls in der Diskussion.

Auch bei den von der US-Immobilienkrise im Heimatmarkt stark betroffenen Bank of America und Citigroup gibt es keinen Sinneswandel in Deutschland. Andreas Dombret, Chef der Bank of America im deutschsprachigen Raum sagte: „Ich gehe davon aus, dass die Entwicklung unser Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht betreffen werden.“ An den maßvollen Ausbauplänen in der Region habe sich nichts geändert. Die Bank konzentriere sich weiter auf große Unternehmenskunden, Finanzinstitutionen sowie Private-Equity-Häuser.

Die Citigroup plant ebenfalls „keinen Jobabbau in Deutschland in Zusammenhang mit der Subprimekrise in den USA“. Gerade im Firmenkundengeschäft und im Investment-Banking läuft es rund, wie zu hören ist. Das stimmt mit der Einschätzung von Péretié überein, der gerade für die beiden Bereiche Fusionen und Übernahmen und Aktienemissionen gut gestimmt ist. Merrill Lynch wollte die Lage in Deutschland nicht kommentieren.

Michael Bonacker, Leiter European Financial Institutions Group bei Lehman Brothers, zeigt sich zuversichtlich für das Geschäft im deutschsprachigen Raum im Jahr 2008. Die Pipeline sei gut gefüllt, Lehman traue sich zu, weitere Marktanteile zu gewinnen. Christian Zorn, Managing Director bei Morgan Stanley, machte klar, dass es keinen Einstellungsstopp gibt. Er kann sich wie Bonacker sogar vorstellen, sich im deutschsprachigen Raum personell in bestimmten Bereichen zu verstärken.

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