Auch Morgan Stanley hat sich vorgenommen, in Deutschland „innerhalb der nächsten fünf Jahre zu den größten ausländischen Fondsanbietern aufzuschließen“, sagt Jörg Ahlheid, der das Fondsgeschäft von Morgan Stanley in Deutschland, Österreich, Luxemburg und Osteuropa verantwortet. Der Merrill-Lynch-Vermögensverwalter Blackrock hegt ähnliche Ambitionen: „Wir wollen unser verwaltetes Vermögen binnen fünf Jahren verdoppeln, also fünfzehn Prozent im Jahr wachsen“, sagt Andrej Brodnik, Geschäftsführer Privatkunden in Deutschland.
Da der deutsche Markt aber Schätzungen zufolge jährlich nur im einstelligen Prozentbereich wachsen dürfte, wird der Konkurrenzdruck steigen. Gute Produkte, eine starke Marke und Partnerschaften mit mächtigen Vertriebspartnern gehören für Analyst Michel zu den Voraussetzungen, um zu bestehen. Goldman billigt er gute Chancen zu, wenngleich Anleger die Bank bislang nicht in erster Linie als Anbieter von Fondsprodukten sähen.
In Sachen Vertriebsstrategie tun es die Konkurrenten Goldman gleich und kooperieren mit möglichst vielen großen Geldhäusern. Denn über deutsche Kreditinstitute laufen nach wie vor drei Viertel des Fondsabsatzes. Für die Fondshäuser ist das auch ein Vorteil: Der Vertrieb lässt sich effektiver mit weniger Personal steuern als über freie Vermittler oder Direktbanken.

