Die Allianz möchte als umfassender Finanzdienstleister, nicht nur als Versicherer wahrgenommen werden. Einen „strategischen Schritt“ dorthin stellt die gerade erfolgte Verschmelzung der deutschen Fondstöchter Deutscher Investment Trust (DIT) und DBI auf die Vermögensverwaltungssparte Allianz Global Investors (AGI) dar.
Die Marke "Allianz" wird sich auch für Fonds in Deutschland schnell etablieren, vermutet AGI-Chef Joachim Faber. Foto: dpa
MÜNCHEN. „Gegenüber den Kunden treten wir nun international einheitlich auf“, sagte AGI-Chef Joachim Faber dem Handelsblatt. Der Konzern zeigt so deutlicher seine Stärke: Er ist der fünftgrößte Vermögensverwalter der Welt. Faber will den Ertrag der Sparte, der bei rund 1,2 Milliarden Euro liegt, jährlich um etwa zehn Prozent steigern.
Der AGI-Chef rechnet damit, dass sich die neue Marke „Allianz“ auch für Fonds in Deutschland schnell etabliert. Das Tempo hängt laut Experten davon ab, wie gut die Marke über Werbung platziert wird. „Ein Jahr könnte es dauern“, schätzt Roland Adams, Geschäftsführer der Unternehmensberatung EGC. Der Konzern sieht das ähnlich: Der Name „Allianz“ wird jetzt den Fonds von DBI/DIT vorangestellt, in etwa einem Jahr sollen die Zusätze wegfallen. DBI ist bisher die Marke für institutionelle, DIT die für private Investoren; beide Namen stammen von der Dresdner Bank, die seit 2001 zum Allianz-Konzern gehört.
Ein sinnvoller nächster Schritt für die Allianz als „globales Unternehmen mit starker Marke“ wäre nach Ansicht des Beraters Adams, die Dresdner Bank in Allianz-Bank umzubenennen. „Das ist allerdings ein mehrere Jahre dauernder Weg“, sagt er. Faber äußerte sich nicht dazu. Die Entscheidung, ob man in Deutschland mit mehreren oder nur mit einer Marke am Markt auftrete, stehe gegenwärtig nicht an, heißt es im Konzern. In Ungarn betreibt der Konzern bereits eine Allianz-Bank für das Privatkundengeschäft. Außerdem gab es für rund drei Jahre auch in Deutschland eine kleine „Allianz-Vermögensbank“. Dabei handelte es sich um die ehemalige Augsburger Aktienbank, die aber 2002 an den Versicherer LVM verkauft wurde und seitdem wieder unter dem alten Namen auftritt.
Mit der Umbenennung von DIT und DBI sei aber im Fondsbereich die Integration nun auch unter den Mitarbeitern abgeschlossen, sagt Faber. Nach Einschätzung von Brancheninsidern fehlt es jedoch auch in dieser Sparte nach wie vor an einem einheitlichen Geist. „Man toleriert sich – mehr nicht“, heißt es über das Verhältnis des Allianz-Lagers zu den Kollegen, die sich noch in der Dresdner Bank verwurzelt fühlen.
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Für Faber rundet das „Rebranding“ von DIT und DBI auch den 1998 begonnenen Aufbau einer Kernsparte Vermögensverwaltung in der Allianz ab. Der Konzern hat seitdem acht bis zehn Mrd. Euro in neue Firmen investiert. In den USA übernahm er den Anleihespezialisten Pimco. Der bekannteste Pimco-Fonds, der Total Return Fund, enttäuschte zuletzt allerdings die Anleger. Faber nimmt Starmanager Bill Gross, der den Fonds über lange Jahre sehr erfolgreich geführt hat, jedoch in Schutz: „Auch 2006 hat Gross eine ordentliche Outperformance erreicht, sowohl gegenüber dem Markt als auch den Wettbewerbern.“ Gross hatte die Zinsentwicklung in den USA zeitweise falsch eingeschätzt.
Nach Fabers Einschätzung sind „knapp 90 Prozent der Fonds, gemessen an ihrer Dreijahresentwicklung, gut aufgestellt“. Er formuliert als Ziel, dass 70 Prozent der Portfolios für Profi-Kunden besser als der Vergleichsindex und 70 Prozent der Fonds für Private besser als die Konkurrenz abschneiden. Dies sei 2006 erfüllt worden, betonte er.
Ein neuer regionaler Schwerpunkt der AGI liegt laut Faber in Asien, wo das Haus in den vergangenen beiden Jahren mehr als elf Mrd. Euro eingesammelt hat. Das AGI-Vermögen liegt bei 1,2 Billionen Euro. Davon kommen 250 Milliarden aus dem eigenen Haus, von dem externen Vermögen stammen 63 Prozent aus den USA, 28 Prozent aus Europa und knapp ein Zehntel aus Asien.
In Deutschland ist der Allianz-Konzern nach eigener Aussage der größte Anbieter von Altersvorsorgeprodukten – hierbei spielt die Lebensversicherung nach wie vor eine große Rolle. AGI hält in der betrieblichen Altersvorsorge einen Marktanteil von einem knappen Viertel. Nachholpotenzial gibt es aber bei Fondsprodukten in der privaten Vorsorge: Bei der staatlich geförderten Riester-Rente beherrscht der Konkurrent Union Investment 90 Prozent des Fondsmarktes.

