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13.06.2008  | Aktualisiert 24.06.2008, 13:32 Uhr 

Stünde ein deutscher Auto- oder Stahlhersteller seit Monaten vor dem Verkauf, die Beschäftigten wären vermutlich schon längst auf der Straße gewesen. Zumal der Ärger über „null Informationen“ vom Vorstand groß ist. Doch da sind die Postbanker, obwohl fast zwei Drittel in Gewerkschaften organisiert sind, wieder ganz Banker. „Wir stehen voll und ganz hinter der Bank und der Marke“, sagt May. Die erfolgreiche Veränderung zur mit 14,5 Millionen Kunden größten Privatkundenbank Deutschlands in den vergangenen Jahren hat die Beschäftigten an das Institut gebunden. Höhepunkt war der Börsengang im Sommer 2004. „Vielleicht war das der Moment, als aus den ehemaligen Postlern Postbanker wurden“, sagt Gewerkschafter Vernet. Das Schicksal wollte es, dass die Postbank nicht schon damals ihre Eigenständigkeit verlor – und von der Deutschen Bank gekauft wurde.

Heute ist die Identifikation mit dem Exoten in der Bankenwelt groß. „Das ist schon unsere Postbank“, meint May. „Und wir verstehen nicht, warum sie verkauft wird. Wir machen doch tolle Gewinne.“


Poker um eine sehr spezielle Bank

Politische Dimension:

Der Verkauf der Postbank wäre die größte Bankenübernahme in Deutschland seit 2001, als die Allianz die Dresdner Bank schluckte. Mit einem Schlag würde der Käufer 14,5 Millionen Kunden erwerben – von denen zwei Drittel das Institut aber nur als Zweitbank nutzen. So hat der Verkauf auch wirtschaftspolitische Dimensionen. Die Regierung will einen zweiten Bankenriesen schaffen – die Beschäftigten fürchten eine innerdeutsche Lösung aber am meisten.

Exotische Organisation
Von ihrer Vertriebsallianz mit der Post bis zu den Beamten im Konzern hat die Postbank viele Besonderheiten. Zudem ist keine andere Bank so stark auf Privatkunden ausgerichtet. Beim Umbau in den 90er- Jahren wurde dieser Bereich massiv ausgebaut. Die Tochter Filialvertrieb hat die meisten Beschäftigten (s. Grafik). Eine wichtige Stellung nimmt die Bank zudem im Zahlungsverkehr ein, der in der Tochter BCB gebündelt werden soll, sowie mit der Tochter BHW im Bauspargeschäft.

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