Wer würde heute außerhalb Spaniens die Kurstadt Santander kennen, hätte die Banco Santander (SCH) sie nicht berühmt gemacht. Zu verdanken hat die 1857 gegründete Bank ihren Ruhm vor allem einer Familie, den Botíns. Noch heute läuft nichts ohne sie.
MADRID. „Denen liegt das Bankgeschäft einfach im Blut“, sagt Juan Ramón Quintas, Präsident der spanischen Sparkassenvereinigung Ceca. Die Botíns haben sich über Generationen wie eine Krake breit gemacht. „Entweder Du bist in Santander ein Botín, kennst einen, oder du bist gar nichts“, heißt es.
Den größten Schritt machte die Bank unter dem aktuellen Präsidenten Emilio Botín-Sanz de Sautola García de los Ríos. Von Platz sieben auf der nationalen Rangliste rückte sie unter seiner zwanzigjährigen Führung an die Spitze in Euro-Land. Die Bank ist nach dem Kauf der britischen Hypothekenbank Abbey an der Börse über 70 Mrd. Euro wert.
Botín ist mit rund vier Prozent größter Einzelaktionär der Bank und „führt den Betrieb wie seinen eigenen. Sein Management steht für eine einmalige Erfolgsgeschichte“, sagt Juan Miguel López, Spanien-Verantwortlicher der Landesbank Baden-Württemberg. Seiner Meinung liegt das Geheimnis in der Strenge, mit welcher der kleine drahtige Mann aus Santander die Bank führe.
Der 71-Jährige ziert sich nicht, Filialleiter direkt anzurufen, um nach dem Geschäft zu fragen und beruft ein Treffen der Führungskräfte gerne am Wochenende ein. Zudem versteht er sich wie kaum eine anderer in Spanien auf das Kerngeschäft der SCH: das Retail-Banking. Von Anfang an war die hellrot leuchtende Bank auf das Geschäft mit den Privatkunden und mittelständischen Unternehmen spezialisiert.
Gegründet wurde die Bank von einer Gruppe lokaler Unternehmer, die ihre Exportgeschäfte nach Lateinamerika über den wachsenden Hafen von Santander finanzieren wollten. Darunter auch Emilio Botín y López, der Großvater des heutigen Präsidenten, der 1909 den Vorsitz der Bank übernimmt. Über Jahrzehnte diente die Bank allein dem städtischen Geschäft, erst 1920 wird die erste Filiale außerhalb von Santander eröffnet. 1934, im selben Jahr, in dem der aktuelle Präsident geboren wurde, übernimmt sein Sohn Emilio Botín Sanz de Santuola das operative Geschäft der Bank.
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