Deutschland wurde durch die Übernahme der BfG Bank Anfang 2000 zu einem ganz wichtigen Markt. Die altehrwürdige SEB hat aber auch Lehrgeld zahlen müssen: Bis heute ist die deutsche SEB-Tochter das Sorgenkind der Schweden. Annika Falkengren will deshalb den von ihrem Vorgänger Lars Thunell eingeleiteten rigorosen Rotstiftkurs fortsetzen. Hilft das nicht, ist auch eine Trennung von der Deutschland-Sparte nicht völlig ausgeschlossen, wie Falkengren vor einigen Monaten sagte.
150 Jahre sind für eine Bank kein Alter. Es gibt Konkurrenten, die auf das Doppelte kommen. Doch es gibt nur wenige Banken, in denen der Spagat zwischen Tradition, Innovation und Weitsicht so gut funktioniert hat. Ein früh eingeleiteter Generationenwechsel hat dazu beigetragen: Marcus Wallenberg (49) ist seit vergangenem Jahr Aufsichtsratschef der SEB, sein gleichaltriger Cousin Jacob zieht die entscheidenden Fäden bei Investor. Zusammen haben sie den Staub vergangener Jahrzehnte ausgekehrt und das Image eines schwerfälligen Bankkonzerns drastisch verändert. Die noch jüngere SEB-Konzernchefin tut ein Übriges, damit die Bank nicht zu träge wird.
Schwieriges Geschäft in Deutschland
Harte EinschnitteDie SEB hat bereits einige Anläufe unternommen, um das ertragsschwache Geschäft in Deutschland auf Vordermann zu bringen. Vor sechs Jahren übernahm sie die einstige Bank für Gemeinwirtschaft (BfG). Nach Streichung von über 1 000 Stellen gibt es heute 3 400 Mitarbeiter in Deutschland.
Rendite Vor allem die Privatkundensparte zeigt im Gegensatz zum Firmenkundengeschäft kaum Verbesserungen. Die Rendite erreicht in Deutschland nur 6,9 Prozent, im Konzern sind es immerhin 15,8 Prozent.
Lösung Der Ausbau der Vertriebsmannschaft soll die anhaltende Misere lösen. Erste Erfolge der Vertriebsanstrengungen wurden bereits im vierten Quartal sichtbar.

