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01.09.2008 
Vier Fragen an: Dirk Schiereck

„Die Commerzbank bleibt ein Übernahmekandidat“

Dirk Schiereck glaubt nicht, dass mit der Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank der Höhepunkt der Bankenkonsolidierung in Deutschland bereits erreicht worden ist. Im Interview mit dem Handelsblatt erklärt der Professor für Unternehmensfinanzierung an der TU Darmstadt wo die Stärken des neuen „Bankenriesens“ liegen.

Nach deutschen Maßstäben entsteht ein neuer Bankenriese. Wie sieht das international aus?

Auch nach dem Erwerb der Dresdner Bank wird die Marktkapitalisierung der Commerzbank deutlich hinter der der Deutschen Bank liegen. Die Commerzbank bleibt somit im internationalen Vergleich ein kleineres Institut und ein potenzieller Übernahmekandidat.

Wo sehen Sie die Stärken des neuen Players?

Im Private und Corporate Banking ist die Position der neuen Einheit sicherlich sehr gut. Auch als Emittent von Zertifikaten verbessert sich die Position. Spannend wird die Immobilienfinanzierung, die Dresdner Bank war einmal Miteigentümer der heutigen Eurohypo.

Die Allianz hatte nicht viel Freude an der Dresdner Bank. Was muss sich ändern?

Die Erlös- und Kostenstruktur war definitiv nicht konkurrenzfähig. Betriebswirtschaftlich sinnvoll wäre ein schnelles Heben von Synergien, was aber einen massiven Personalabbau bedeutet. Für das Investment-Banking muss eine andere Lösung gefunden werden: Schließung, bedeutender Zukauf oder Joint Venture. Vielleicht kann man diesbezüglich mal bei der UBS anfragen oder die Europaaktivitäten einer großen amerikanischen Investmentbank kaufen.

Haben wir den Höhepunkt der Bankenkonsolidierung in Deutschland damit gesehen?

Nein. Im öffentlich-rechtlichen und im genossenschaftlichen Bereich beobachten wir einen anhaltenden Konsolidierungsprozess. Im privaten Bankensektor hat es jetzt einen einzigen konsolidierenden Schritt gegeben, bei allen anderen Transaktionen, wie bei der Citi oder der IKB, wurde auf eine Konsolidierung verzichtet. Die Institute haben den Eigentümer gewechselt, sind aber nicht in größeren deutschen Einheiten aufgegangen.

Die Fragen stellte Frank M. Drost.

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