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19.12.2006 

Wer wen gekauft hat. Die Top-Deals der Finanzinvestoren in Deutschland. Grafik: HandelsblattLupe

Wer wen gekauft hat. Die Top-Deals der Finanzinvestoren in Deutschland. Grafik: Handelsblatt

„Aufgrund der guten wirtschaftlichen Rahmendaten erwarten wir für das Jahr 2007 eine Steigerung bei der Zahl der Unternehmen, die von den Vorteilen einer Eigenkapitalfinanzierung profitieren“, glaubt Holger Frommann, Geschäftsführer des deutschen Beteiligungsverbandes BVK. Allerdings denkt er dabei nichts so sehr an die Mega-Deals, sondern an das breitere Marktsegment. „Kontinuierliche Zuwächse sind bei den kleinen und mittleren Buyouts im klassischen deutschen Mittelstand zu erwarten“, so Frommann. Der Mittelstand sei weiter bestrebt, seine künftige Finanzierung zu gestalten, und Beteiligungskapital und eigenkapitalähnliche Mittel etablierten sich dabei als wesentliche Bausteine. Das volkswirtschaftlich wichtige Marktsegment der Gründungsfinanzierungen in Deutschland bleibe dagegen schwierig. Hier sehen Branchenbeobachter eher die staatliche KfW als Treiber.

Einig sind sich alle Akteure, dass der Schlüssel für die weitere Entwicklung der Private-Equity-Branche bei den institutionellen Geldgebern liegt. So lange sie ein Mehrfaches ihrer eingesetzten Mittel zurückbekommen, ist ein stetiger Zufluss für die Branche sicher. Derzeit ist die Stimmung gut, es gibt mehr als genug Geld für die marktführenden Fonds im Mega-, Mid- oder Small-Cap-Bereich. „Für 2007 erwarte ich ein insgesamt positives Umfeld, welches sich im Verlauf des Jahres allerdings eintrüben könnte“, sagt Claus Felder, Deutschland-Chef von Doughty Hanson. Branchenbeobachter und die Ratingagenturen sehen vor allem in der hohen Schuldenlast der Portfoliounternehmen und in den ausufernden Fremdfinanzierungen ein Gefahrenpotenzial. Bei steigenden Zinsen könnten viele Investments in die falsche Richtung laufen.

Delistings, glaubt Felder, werden auch im Jahr 2007 ein Thema sein. Dabei stehe außer Frage, dass im Rahmen des bestehenden gesetzlichen und regulatorischen Umfeldes in Deutschland solche Transaktionen, bei denen Unternehmen von der Börse genommen werden, schwierig blieben. „Das aktuelle Beispiel Techem zeigt allerdings, dass Investoren heute eher gewillt zu sein scheinen, überraschende und letztlich ’unfreundliche’ Übernahmeofferten zu starten“, hat Felder beobachtet. Dieser Trend könne sich in der nahen Zukunft, wenn auch nicht übermäßig, verstärken.

Spezialisierung auf Sanierungsfälle

Peter Laib, Managing Director bei der schweizerischen Adveq, sieht 2007 vermehrte Chancen im Bereich „Distressed Equity“ – also für Fonds, die sich auf Sanierungen und Turnarounds spezialisiert haben. „Entsprechendes Know-how ist nach wie vor bei spezialisierten Managern in den USA zu finden, die vermehrt auch in Europa auftreten“, so Laib.

Johannes Huth, Europa-Chef von KKR, skizzierte jüngst die wichtigsten Herausforderungen für die Branche – abseits der wachsenden Fonds- und Dealgrößen. Dazu zählt er den politischen Dialog, um die Akzeptanz der Branche zu erhöhen und eine zunehmende Diskussion um die Rolle der Private-Equity-Häuser als Arbeitgeber. Huth warnt vor einer exzessiven Fremdfinanzierung – in Zukunft werde die Wertsteigerung nicht mehr über das bloße „financial engineering“ erreicht, sondern über Verbesserungen des operativen Geschäfts und der Wettbewerbsposition der übernommenen Firmen. Die nächsten Jahre stünden klar unter der Überschrift der „industrial value creation.“

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