"Ich glaube nicht, dass wir große Transaktionen so bald wiedersehen werden", sagt Martina Ecker, in leitender Funktion bei der US-Investmentbank Jefferies. "Im mittleren Segment gibt es hingegen durchaus Transaktionen." Die Unternehmensberatung KPMG geht sogar davon aus, dass Deals bis 400 Mill. Euro an Bedeutung gewinnen werden.
Doch wirklich helfen dürfte das kaum. Denn alleine in Europa wurden 2006 mehr als 230 Mrd. Euro für neue Private-Equity-Fonds eingesammelt. Die Finanzinvestoren stehen unter einem enormen Druck, das Geld anzulegen. Gleichzeitig verlangen die Banken mehr Eigenkapitaleinsatz und die Zahl der Übernahmeziele schrumpft. Denn mit der drohenden Abkühlung der Wirtschaft sinkt die Unternehmensbewertung - und damit auch die Bereitschaft, einen Geschäft zu verkaufen. Ein Phänomen vor allem im Mittelstand. Die zentrale Folge liegt auf der Hand. "Es wird schwierig, die Renditen der vergangenen Jahre aufrecht zu erhalten", sagt KPMG-Partner Christian Specht.
Aber auch die ein oder andere Transaktion aus der Vergangenheit dürfte Sorgen bereiten. Standard & Poor?s warnt, dass wegen der zuletzt hohen Schulden der gekauften Firmen das Risiko von Zahlungsverzügen steigt. Etwa die Hälfte der Portfolio-Firmen in Europa hinkten den aggressiven Geschäftsprognosen hinterher und kämen beim Schuldenabbau nicht wie geplant voran. Soll die Pleite vermieden werden, muss der Finanzinvestor frisches Kapital nachschießen - wie kürzlich KKR bei der Autowerkstatt-Kette ATU. Ähnliches droht Branchenkreisen zufolge beim Folienhersteller Klöckner Pentaplast, der im Mai 2007 von Blackstone
gekauft wurde.
Kaum ein Branchenkenner zweifelt noch daran, dass die Zeiten härter werden. Auch wenn man sich derzeit noch bemüht, neue Geschäftschancen aufzutun. Gerade osteuropäische Länder wie Ungarn, Rumänien oder auch die Türkei würden derzeit von den Fonds entdeckt, sagt KPMG-Partner John Evans. Zugleich dürften viele Häuser mangels attraktiver Übernahmeziele auch verstärkt ein Auge auf börsennotierte Firmen werfen. Und so hofft beispielsweise Jefferies-Bankerin Ecker darauf, dass der sich abzeichnende Abschwung eher eine Normalisierung des überhitzten Marktes ist. "Wir werden nicht erneut so Jammer-Jahre wie 2002 oder 2003 sehen", ist sie überzeugt. Angesichts der nach wie vor drastischen Scheu der Banken bei der Finanzierung neuer Übernahmen geben sich jedoch andere skeptischer. So meint ein Private-Equity-Manager: "Das scheint mir eher das berühmte Pfeifen im dunklen Wald zu sein."

