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04.06.2008 

Sollten Gesetzgeber und Regulierer versuchen, die Bankenaufsicht auf bisher unregulierte Teile der Finanzindustrie auszudehnen?

Kagermann: Dazu möchte ich mich nicht äußern.

King: Wenn man in einem Gebiet reguliert, wächst meist ein anderes, unreguliertes Geschäftsfeld. Die Regulierer wollen die übelsten Exzesse freier Märkte verhindern, aber gleichzeitig wollen sie die Innovation bewahren, die freie Märkte mit sich bringen. Innovation konterkariert aber leider regelmäßig die Arbeit der Regulierer. Als vertrauensbildende Maßnahme könnte mehr Regulierung wünschenswert sein. Aber niemand sollte so tun, als sei das eine langfristige Lösung.

Müller: Transparenz lautet das Gebot der Stunde, besonders für Hedge-Fonds und Staatsfonds. Dazu muss aber nicht die Aufsicht auf diese Marktteilnehmer ausgeweitet werden. Nachdem ein Verhaltenskodex am Widerstand aus Washington und London gescheitert ist, hören wir heute den Ruf nach Regulierung. Ob Verhaltenskodex oder Regulierung, es ist unerlässlich, dass die Aufseher einen intensiven Dialog auch mit diesen Marktteilnehmern führen. Es darf keine schwarzen Löcher geben.

Rogoff: Absolut. Die Notenbank hat den Banken, einschließlich der vier großen Investmentbanken gigantische implizite Subventionen gegeben. Diese können nun zu niedrigeren Zinsen Geld leihen, weil ihre Gläubiger wissen, dass sie ohne weiteres Geld von der Notenbank bekommen. Dafür müssen sie unbedingt einen Preis in Form von Regulierung bezahlen. Andernfalls werden sie alles verspielen und eine Krise verursachen, gegen die die Subprime-Krise verblasst.

Scholz: Bankenregulierung soll die finanzielle Stabilität fördern und das Risiko senken, dass private Einleger ihr Geld verlieren. Die Regulierung sollte nur dann ausgeweitet werden, wenn nicht nur eine Fehlfunktion des Marktes erkannt wurde, sondern auch der Nutzen der Regulierung die Kosten übersteigt. Durch eine Ausdehnung der Bankenaufsicht auch auf unregulierte Bereiche der Finanzindustrie würde wahrscheinlich kein geeigneter Rahmen geschaffen.

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