Der Markt für besicherte Anleihen ist praktisch tot. Und mit der Ausweitung der Krise um die notleidenden US-Immobilienfinanzierungen geraten auch die deutschen Landesbanken immer stärker in den Fokus. Sie haben zum Teil erhebliche Summen in strukturierte Kapitalmarktprodukte investiert.
FRANKFURT. Die WestLB hat am Donnerstag Spekulationen dementiert, sie kämpfe mit Liquiditätsproblemen bei ihrem amerikanischen Spezialfinanzierer Brightwater. „Von einer Liquiditätskrise kann bei der WestLB keine Rede sein“, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Dies gelte für die gesamte Gruppe einschließlich Brightwater. Bei den strukturierten Finanzprodukten von Brightwater gebe es nur einen „geringen Anteil von Subprime-Papieren, der Großteil von 98 Prozent habe Spitzenratings von „AAA“ oder „AA“, hieß es weiter. Insgesamt würden von der US-Tochter 35 Mrd. Dollar verwaltet, mehr als 50 Prozent seien Kundengelder institutioneller Investoren.
Die noch acht selbstständigen Landesbanken haben erhebliche Summen in strukturierte Kapitalmarktprodukte wie z.B. „Asset Backed Securities (ABS)“ investiert. Diese, mit Zahlungsströmen aus Forderungen unterlegten Papiere, managen sie teils im Kundenauftrag, teilweise haben sie die Papiere aber auch in den eigenen Bestand genommen. Auf der Suche nach neuen Ertragsfeldern haben die Landesbanken hier bis vor kurzem noch mit ihrer besonderen Expertise geworben. Nach dem Wegfall der Staatshaftung vor zwei Jahren spüren die Landesbanken den verschärften Wettbewerb, einige suchen ihr Heil in risikoreicheren Kapitalmarktgeschäften. Rating-Experten bestätigen, dass die eingegangenen Risiken der einzelnen Landesbanken höchst unterschiedlich seien, man könne nicht alle Häuser über einen Kamm scheren. „Die Qualität hängt von den zugrunde liegenden Forderungen ab. Es ist ein Unterschied, ob ich amerikanische Immobilienforderungen verbriefe und an den Kapitalmarkt bringe, oder ob es deutsche Kfz-Finanzierungen sind“, sagt ein Experte.
Nach Angaben von Analysten – die namentlich nicht genannt werden wollen – liegt der Bestand der ABS-Papiere bei den ausländischen Spezialgesellschaften der Landesbanken bei etwa 100 Mrd. Dollar. Die WestLB dürfte dabei neben den 35 Mrd. Dollar für Brightwater weitere Milliardenbeträge in den Gesellschaften Compass, Greyhawk und Paradigm verwalten. Bei der BayernLB stecken in den beiden Zweckgesellschaften Giro Funding US Corp und Giro Balanced Funding Corp schätzungsweise zehn Mrd. Dollar, weitere fünf Mrd. Dollar liegen bei der Giro Lion Funding auf Jersey. Ein Sprecher der BayernLB sagte, alle verbrieften Finanzprodukte hätten Spitzenratings, die Ergebnisprognose für die Bank werde nicht tangiert.
Lesen Sie weiter auf Seite 2: Weitere Banken mit dabei


