Experten gehen davon aus, dass die Restrukturierungswelle künftig keineswegs nur die schon seit langem unter Konsolidierungsdruck stehenden Autobauer oder den mittelständisch geprägten Maschinenbau treffen wird. "Die Probleme bei der Refinanzierung werden sich durch alle Branchen hindurchziehen", prophezeiht Alix-Partners-Chef Wlecke. Bei vielen Private-Equity-Transaktionen seien einfach die Grenzen der Vernunft überschritten worden. Und die Probleme könnten demnächst auch große Konzerne erreichen. "Das Thema ist nicht auf Fälle bestimmter Größenklassen beschränkt", sagt Wlecke. "Hohe Verschuldungsgrade, hohe Bewertungen hat man bei Mittelständlern, aber auch bei großen und sehr großen Unternehmen gesehen."
Das Geschäftsmodell von Finanzinvestoren wie KKR, Carlyle, Apax oder Blackstone sehen die Experten hingegen trotz aller Turbulenzen nicht als gefährdet an. "Dafür sorgt schon alleine der Umstand, dass nach wie vor eine Unmenge an Geld im Markt ist, das nach attraktiven Anlagemöglichkeiten sucht", sagt Keppel. Er schränkt aber ein: "Bei Private Equity wird sich jetzt aber die Spreu vom Weizen trennen." Manche können der Finanzkrise sogar ihre gute Seite abgewinnen. "Es hat in den letzten Jahren erhebliche Übertreibungen gegeben", meint Wlecke. "Die werden jetzt korrigiert - und das ist an sich gesund."
Die Aufräumer in der Not
Die Spezialisten: Experten für Restrukturierung wie AlixPartners oder Alvarez & Marsal kommen in aller Regel dann in Unternehmen, wenn die Pleite kurz bevorsteht oder das Insolvenzgericht bereits angerufen wurde.
Die Ursprünge: Ihre Anfänge hat die Restrukturierungsberatung in den USA, wo sie seit mehr als 20 Jahren gängiges Mittel ist.
Die Verantwortung: Die persönliche Verantwortung in den Firmen steht für die Restrukturierungsspezialisten auf der Agenda. Sie übernehmen Positionen im Management.

