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11.07.2008 
Private Equity

Die Spreu trennt sich vom Weizen

von Hans G. Nagl

Die Finanzkrise wird Experten zufolge zu sinkenden Renditen und einem verschärften Ausleseprozess in der Private-Equity-Branche führen. Experten erwarten wachsende Probleme bei Portfolio-Unternehmen – selbst die Fonds könnten in die Krise geraten.

FRANKFURT. „Es wird sich zeigen, dass es einige gab, die mehr lucky als smart waren“, sagt Uwe Bühler, Partner bei der Unternehmensberatung Ernst & Young. Einige Spieler dürften deshalb in den kommenden Jahren den Markt verlassen. Ähnlich äußert sich Stefan Hepp, Chef der Beratungsfirma SCM Strategic Capital Management AG. „Wir werden auch Flops sehen.“

Selbst in einem guten Jahr wie 2007 habe das schlechteste Viertel der Branche eine negative Wertentwicklung von gut zehn Prozent aufgewiesen. Künftig werde sich dieser Wert noch verschlechtern. Es werde immer Leute geben, die große Risiken eingehen, sagte Hepp. „Das wird jetzt in Rauch und Feuer aufgehen.“ Es sei nicht ausgeschlossen, dass auch namhafte Fonds in die Krise gerieten.

Gerade Übernahmen in den Monaten bis kurz vor der Finanzkrise wurden häufig mit einem hohen Anteil an Krediten finanziert. Hinzu kommen mitunter hohe Bewertungen, die dazu geführt haben, dass manche Unternehmen sehr stark mit Schulden belastet wurden. So wird etwa die Milliarden-Übernahme von Chrysler durch Cerberus in der Branche mittlerweile extrem kritisch gesehen.

Ähnliches gilt für den Kauf von ProSiebenSat.1 durch Permira und KKR oder den Erwerb von Klöckner Pentaplast durch Blackstone. Die weltweit sich abkühlende Konjunktur und die steigenden Rohstoffpreise dürften dafür sorgen, dass viele der Portfoliofirmen ihre Geschäftsziele nicht erreichen. In der Folge wird die Zinszahlung zur Last. Hepp geht davon aus, dass es deshalb vermehrt zu Pleiten kommen wird. „Das wird auch Unternehmen betreffen, die größer sind“, fügt er hinzu.

SCM rechnet für 2008 mit eher düsteren Aussichten für Private Equity. So dürften die Renditen im Schnitt auf elf bis zwölf Prozent fallen. Im Vorjahr wurde noch ein Rekord von gut 23 Prozent erreicht. Der Grund hierfür dürften unter anderem Buchverluste sein. Denn viele Fonds haben ihre Engagements noch zu hohen Werten in den Bilanzen stehen. Mit einem generellen Absinken der Marktpreise und einer schlechteren Geschäftsentwicklung müssen diese in aller Regel nach unten gesetzt werden.

Die Finanzkrise wird die Branche nach Hepps Worten voraussichtlich bis 2009 beschäftigen. Denn nach wie vor leiden die Fonds unter dem Fehlen günstiger Finanzierungen. Hinzu kommt die Zurückhaltung potenzieller Verkäufer angesichts der gesunkenen Bewertungen. In der Folge gilt ein weitaus niedrigeres Transaktionsvolumen als ausgemachte Sache. 2007 wurde mit 290 Mrd. US-Dollar noch ein Allzeithoch ein erklommen, prognostiziert Hepp nun einen kräftigen Rückgang: „Ein Minus von 50 oder 60 Prozent ist womöglich eine gute Zahl.“

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