Dienstleistung für Verbraucher: Notruf „116 116“ läuft weiter

Dienstleistung für Verbraucher
Notruf „116 116“ läuft weiter

Der zentrale Notruf „116 116“ zur Sperrung von Geldkarten, Kreditkarten und anderen Medien hat einen neuen Betreiber.

FRANKFURT. Der zentrale Notruf „116 116“ zur Sperrung von Geldkarten, Kreditkarten und anderen Medien hat einen neuen Betreiber. Die zum genossenschaftlichen Finanzverbund gehörende Servodata GmbH hat zum Jahreswechsel den Betrieb des Sperr-Dienstes übernommen. Dies bestätigte der Vorsitzende des Vereins Sperr e.V., Michael Denck, der den Notruf im Auftrag der Bundesregierung seit Juli 2005 anbietet und Servodata mit dem Betrieb beauftragte.

Servodata ist ein Tochterunternehmen der CardProcess GmbH, in der die genossenschaftliche Finanzgruppe sämtliche Dienstleistungen um Zahlungs- und Kreditkarten bündelt. Für die Kunden der Genossenschaftsbanken nimmt Servodata Sperren von EC- und Maestro-Karten entgegen. Ein Sprecher bestätigte, dass Servodata den Notruf für die bisher teilnehmenden Institute – Sparkassen, Genossenschaftsbanken, American Express und Euro Kartensysteme und andere – durchführe und für weitere Teilnehmern offen stehe.

Die Callcenter von Bosch und Arvato (Bertelsmann), die den Notruf seit seinem Start im Juli 2005 zusammen mit der inzwischen insolventen Sperr-Notruf 116 116 GmbH betrieben hatten, sind nicht mehr beteiligt. Beim neuen Betreiber werden die Anrufe aus Kostengründen nicht mehr persönlich von Mitarbeitern der Call-Center entgegen genommen. Statt dessen meldet sich ein Sprachcomputer, der die Anrufer durch ein Options-Menü führt. Dies verringert die Nutzerfreundlichkeit des Notrufs in der Praxis erheblich.

Politik und Verbraucherverbände versprechen sich von dem Notruf Hilfe für Bürger, denen Geld- oder Kreditkarten abhanden gekommen sind. Der frühere Innenminister Otto Schily hatte sich dafür eingesetzt, dem Verein Sperr e.V. die Sondernummer zuzuteilen. Der Verein beauftragte die Gesellschaft „Sperr-Notruf 116 116 GmbH“ unter Dencks Geschäftsführung mit dem Betrieb des Notrufs. Diese geriet nach wenigen Wochen bei der Umstellung der Finanzierung von kurzfristigen Lieferanten- auf langfristige Bankenkredite in Schwierigkeiten und meldete Insolvenz an. Der Notruf lief weiter.

Nach Bekanntgabe der Insolvenz interessierten sich viele Finanzinvestoren für das Geschäft, dessen Monopolstellung als zentraler Notruf renditeträchtig schien. Doch dem Verein ging es nach eigenen Angaben nicht um Gewinnmaximierung sondern eine Dienstleistung für Verbraucher. Er beauftragte Servodata als Betreiber, der, seit zwanzig Jahren im Geschäft, über die nötige Infrastruktur verfügt.

Die Netzagentur, die den Notruf „116 116“ zuteilte, ist mit dem Betreiberwechsel einverstanden. „Wichtig ist, dass der Ruf funktioniert und damit die Auflagen für die Zuteilung erfüllt sind“, sagte ein Sprecher.

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