Die Frankfurter Sparkasse (Fraspa) bleibt durch ihre Direktbank im laufenden Geschäftsjahr auf Wachstumskurs: Beim Zinsüberschuss profitiert sie von den Zuwachsraten der 1822direkt im Einlagengeschäft.
Die Fraspa ist seit September 2005 in den Konzern der Landesbank Hessen-Thüringen integriert. Foto: dpa
FRANKFURT. „Bei der 1822direkt ist die Zahl der neuen Konten in den ersten zehn Monaten um 105 000 gewachsen, also haben wir pro Monat rund 10 000 Neukunden gewonnen“, sagt Herbert Hans Grüntker, Vorstandschef der Frankfurter Sparkasse (Fraspa), im Gespräch mit dem Handelsblatt. Der Kundenbestand liege jetzt bei 405 000. Das Einlagevolumen habe um 1,6 Mrd. Euro zugenommen. "Das ist Primärliquidität für den Helaba -Konzern, was in den momentanen Zeiten natürlich entsprechend wertvoll ist“, ergänzt Grüntker.
Die Fraspa wurde im September 2005 als Tochter in den Konzern der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) integriert. Damit hat die Landesbank direkten Zugang zu Kundengeldern der Sparkasse, sie muss sich nicht ausschließlich am Kapitalmarkt refinanzieren, was vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzkrise ein Vorteil ist. Gleiches gilt für die BayernLB mit ihrer Direktbank DKB. Dagegen fehlt beispielsweise der WestLB das breite Privatkundengeschäft; genau deshalb wird ihr Geschäftsmodell derzeit überprüft. Durch den Erfolg der beiden Direktbanken denkt das Sparkassenlager darüber nach, eine bundesweite Direktbank für alle Institute aufzustellen, was jedoch in der Gruppe umstritten ist.
Die Fraspa profitiert beim Zinsüberschuss von den Zuwachsraten der Direktbank im Einlagengeschäft. Bundesweit kämpfen dagegen viele Sparkassen mit sinkenden Betriebsergebnissen, weil die Erträge aus der sogenannten Fristentransformation – der Aufnahme von günstigem kurzfristigem Geld und der Vergabe von längerfristigen Krediten zu teureren Konditionen – nicht mehr so leicht einzufahren sind. Die 1822direkt zahlt für Neukunden derzeit 4,05 Prozent auf die Einlagen und ist damit nicht nur im Rhein-Main-Gebiet erfolgreich. Allerdings räumt Grüntker ein, dass es sehr schwer sei, das Geschäft der Direktbank über die Einlagen hinaus auszudehnen, "Cross-Selling ist im Direktbankgeschäft kein Selbstläufer; unsere Quote liegt hier noch unter zwei. Einen Einlagekunden gewinnt man nur sehr schwer auch als Kreditkunden“, sagt Grüntker. Um den Erfolg der Direktbank eindeutig bilanzieren zu können und für die Konsolidierung unter den Direktbanken bereit zu sein, soll die 1822direkt als GmbH mit eigener Banklizenz geführt werden. "Ich rechne mit der Abspaltung der 1822direkt für den Januar 2009“, sagt Grüntker.
Der Wettbewerb im Rhein-Main-Gebiet ist so hart wie nirgendwo sonst in Deutschland. Laut einer Marktbefragung kommen die Sparkassen, die Genossenschaftsbanken, die Postbank
und die privaten Großbanken auf jeweils über zehn Prozent Marktanteil. Diese Konkurrenzsituation drückt auf die Gewinnmargen. Beim Girokonto, der Baufinanzierung und auch bei den Einlagen spüre man den intensiven Wettbewerb; trotzdem rechne die viertgrößte Sparkasse im operativen Geschäft mit einem kleinen Gewinnplus, sagt Grüntker. Im nächsten Jahr werde der Wettbewerbsdruck nicht nachlassen, es warteten die "Mühen der Ebene.“ Potenziale müssten gehoben und nicht hochgerechnet werden.
Die Fraspa konkurriert in ihrem Geschäftsgebiet direkt mit drei anderen Sparkassen. Deshalb kann keines der Kreditinstitute seine volle Ertragsstärke entfalten. Die Landesregierung will deshalb die Konsolidierung unter dem Dach der Helaba zügig vorantreiben. Zu diesem Zweck sollen die Sparkassen handelbare Stammkapitalanteile bilden. Für die Sparkasse Offenbach und für die Taunus -Sparkasse gibt es schon konkrete Pläne.

