DIW-Studie: Großbanken wachsen bedrohlich weiter

DIW-Studie
Großbanken wachsen bedrohlich weiter

Die Großbanken wachsen weiter - und damit auch die Zahl systemrelevanter Institute, die im schlimmsten Fall gerettet werden müssten. Das DIW warnt: Die beschlossenen Vorschriften würden die Entwicklung kaum bremsen.

BerlinDie Finanzkrise hat das rasante Wachstum der Großbanken nicht aufgehalten. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Damit steige auch die Zahl „systemisch relevanter Banken“, die bei drohender Pleite gerettet werden müssten, um schwerwiegende Folgen für die Wirtschaft zu verhindern.

In der Studie wurde die Entwicklung der deutschen, britischen und US-Banken untersucht. Das Resultat: Das vor allem durch Fremdkapital finanzierte exzessive Bilanzwachstum in den Jahren vor der Finanzkrise sei durch neue Regeln „nur kurzfristig gebändigt“ worden. „Inzwischen sind die Banken größer als vor der Krise“, sagte die Mitautorin der Studie, Dorothea Schäfer. Wachstum durch Fremdkapital gehe auf Kosten des Eigenkapitalanteils und erhöhe damit das Risiko im Bankensektor.

Die schärferen internationalen Eigenkapitalvorschriften (Basel III) sind nach Ansicht der DIW-Forschungsdirektorin nicht in der Lage, dieses Bilanzwachstum einzudämmen. Sie bezögen sich nur auf einen vergleichsweise kleinen Teil der Bilanzsumme, die risikogewichteten Aktiva, kritisierte Schäfer. „Zum Beispiel muss man erstklassig bewertete Staatsanleihen nicht mit Eigenkapital unterlegen. Wenn man allerdings langfristig in eine solche Staatsanleihe investiert und sie kurzfristig finanziert, dann hat man - Risikogewicht hin oder her - noch immer dieses Refinanzierungsrisiko“, erläuterte Schäfer.

Schäfer nannte die bislang in Basel III vorgesehene Verschuldungsgrenze (Leverage Ratio), wonach das Banken-Eigenkapital mindestens drei Prozent der Bilanzsumme betragen muss, „viel zu niedrig“. Sie müsse mindestens doppelt so hoch angesetzt werden, um das Wachstum der Bankbilanzen wirksam zu beschränken.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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