Die DKV als Europas größter privater Krankenversicherer nimmt nach Expansionen vor allem in Asien verstärkt den internationalen Gesundheitsmarkt ins Visier. Im Hinblick auf den weltweiten Marktanteil hat der Konzern ehrgeizige Ziele.
HB KÖLN. Die DKV wolle sich dauerhaft unter den „Top 5“ der international tätigen Krankenversicherer positionieren, sagte Vorstandschef Günter Dibbern am Mittwoch in Köln. 2006 habe die DKV in Deutschland, Europa und Asien zugelegt. Im Inland kletterten die Beitragseinnahmen um 3,4 Prozent auf 3,7 Mrd. Euro. Allein die europäischen Töchter erzielten ein Plus von 14,5 Prozent auf gut 680 Mill. Euro. Der Jahresüberschuss lag mit 78,9 Mill. Euro praktisch auf dem Vorjahresniveau (2005: 79,3 Mio Euro).
In der rund 80-jährigen Unternehmensgeschichte sei 2006 in Deutschland mit mehr als drei Mill. Versicherten ein Rekord erzielt worden, sagte der Vorstandsvorsitzende. Der Zuwachs von insgesamt 170 000 Versicherten kam dabei aber vor allem aus der Ergänzungsversicherung, die auf gut 2,3 Mill. Kunden zulegte. Im Rahmen einer neuen Kooperation mit gesetzlichen Krankenversicherern arbeitet die DKV mit einigen großen Betriebskrankenkassen und 14 Ortskrankenkassen (AOK) zusammen. Die DKV gehört zur ERGO-Gruppe, die wiederum eine Tochter des Versicherungsriesen Münchener Rück ist.
In Asien ist das Unternehmen in China, Südkorea und Indien mit eigenen Organisationen aktiv oder steht in den Startlöchern - außerdem in sieben europäischen Ländern. Im europäischen Ausland waren 2006 nach einem Zuwachs von acht Prozent mehr als 3,2 Mill. Menschen bei der DKV versichert. Die Zahl der Beschäftigten war zuletzt leicht zurückgegangen. Ende 2006 waren 6132 Menschen (2005: 6175) bei der DKV tätig.
Die DKV-Beiträge werden laut Geschäftsbericht 2007 „moderat“ ansteigen. Genaue Zahlen könnten angesichts politischer „Reform- Baustellen“ noch nicht genannt werden, sagte ein Sprecher. Die Gesundheitsreform kritisierte Dibbern als belastend und falsch, sie werde das Neugeschäft beeinträchtigen.

