Gut sieben Jahre nach der Übernahme der Dresdner Bank räumt die Allianz
das Scheitern ihres "Allfinanz-Konzepts" ein. Die Tochter werde in zwei Schritten an die Commerzbank
verkauft, teilten die beteiligten Banken am Sonntag mit. Die Allianz
bleibt zwar weiter Großaktionär an der neuen Bank, muss ihr Engagement bei einer Beteiligung von knapp unter 30 Prozent aber nicht mehr voll konsolidieren.
FRANKFURT. Die bestehende Vertriebskooperation zwischen AMB Generali
und Commerzbank
läuft 2010 aus - die neue Bank vertreibt exklusiv Dresdner-Policen und bietet vor allem Fonds von Allianz Global Investors an.
Am gestrigen Abend segneten die Aufsichtsräte von Commerzbank
, Allianz
und Dresdner Bank in Frankfurt die Details des Deals ab. Die Vorstände hatten bis zum Sonntagmorgen über den Verkauf der 1872 gegründeten Dresdner Bank verhandelt.
Der Fusionsplan sieht für die Dresdner Bank eine Bewertung von 9,8 Mrd. Euro vor. Dies ist deutlich weniger als beim Erwerb durch die Allianz
2001. Sie wurde damals für rund 24 Mrd. Euro übernommen. Allerdings hat der Münchener Versicherungsriese zwischenzeitlich die Dresdner-Fondstochter "Dit" in ihre eigene Vermögensverwaltung integriert und milliardenschwere Industrie- und Finanzbeteiligungen aus der Bank herausgezogen.
Wegen der Finanzkrise sieht die Vereinbarung gegenseitige Risiko-Schirme vor. So steht die Commerzbank
für Lasten in Höhe von 275 Mill. Euro im eigenen Portfolio gerade, während die Allianz
für die Dresdner 975 Mill. Euro Verluste übernimmt. Die Commerzbank
erhofft sich Synergien von fünf Mrd. Euro bis 2011.
Die Fusionspartner: Kennzahlen 1. Halbjahr 2008
Weil die Transaktion für die an der Börse mit 13,2 Mrd. Euro bewertete Commerzbank
ein Kraftakt ist, haben beide Häuser eine hochkomplexe Struktur gewählt. Im Rahmen einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage erwirbt die Commerzbank
zunächst 60,2 Prozent an der Dresdner. Die Allianz
ist im Gegenzug mit 18,4 Prozent an der Commerzbank
beteiligt. Außerdem erhalten die Münchener 1,6 Mrd. Euro in bar. Zusätzlich verkauft die Commerzbank
wesentliche Teile ihres Asset-Managers Cominvest für 0,7 Mrd. Euro.
In einem zweiten Schritt wird die Dresdner mit der Commerzbank
verschmolzen. Dafür soll die Allianz
ihren restlichen Anteil an der Bank - erneut gegen Sacheinlage - abgeben. Das Aktienpaket des Versicherers beträgt am Ende knapp 30 Prozent. Für die neue Bank wird mittelfristig eine Eigenkapitalrendite nach Steuern von mindestens 15 Prozent angestrebt.
Die Dresdner-Tochter Oldenburgische Landesbank bleibt bei der Allianz
. Der Deal hat offenbar auch den Segen des Commerzbank
-Großaktionärs Generali
, mit dem aktuell noch eine Vertriebskooperation besteht. "Man wird hier eine einvernehmliche Lösung finden", sagte ein Beteiligter.

