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18.09.2008 
Management

Dresdner-Banker erhalten Chance bei Commerzbank

von Hans G. Nagl

Entgegen ersten Befürchtungen bei der Dresdner Bank werden ihre Manager nach der Fusion mit der Commerzbank zumindest teilweise weiter mit an Bord sein. Knapp ein Drittel der Führungsebene in der neuen Commerzbank dürften - vergleichbar gerechnet - von dem übernommenen Traditionshaus kommen, erfuhr das Handelsblatt aus Branchenkreisen.

Die Commerzbank hatte die Dresdner Bank vor wenigen Wochen für 9.8 Milliarden Euro gekauft. Lupe

Die Commerzbank hatte die Dresdner Bank vor wenigen Wochen für 9.8 Milliarden Euro gekauft.

"Man konnte nicht erwarten, dass das auf eine Parität hinausläuft", sagte ein Insider. "Doch das ist besser als viele dachten." Commerzbank und Dresdner Bank wollten sich nicht äußern.

Grund für die Ängste bei der Dresdner Bank war die Vorstandsbesetzung der fusionierten Bank. Der amtierende und künftige Commerzbank-Chef Martin Blessing hatte lediglich Dresdner-Chef Herbert Walter mit ins Boot geholt. Der Rest des insgesamt neunköpfigen Gremiums stammt aus dem Management der übernehmenden Bank. Blessing werde auch in den Führungsebenen unterhalb des Vorstands kaum eine faire Selektion ermöglichen und fast ausnahmslos Commerzbank-Kandidaten den Vorzug geben, lautete die weit verbreitete Erwartung.

Die neue erste Führungsebene der Commerzbank soll Finanzkreisen zufolge etwas über 60 Manager umfassen. Zuvor hatten beide Häuser offenbar jeweils um die 50. Um einen angemessenen Vergleich zu schaffen, muss man aus der Zahl von gut 60 Managern jene Herausrechnen, die Zuständigkeit für das Geschäft mit Immobilien sowie Osteuropa haben. Beide Bereiche waren in der Dresdner quasi nicht existent. Damit würden rund 55 Manager übrig bleiben, voraussichtlich 17 davon stammten von der Dresdner Bank.

Die Allianz die Dresdner Bank vor wenigen Wochen zum Preis von 9,8 Mrd. Euro an die Commerzbank verkauft – nach jahrelangen Querelen und Milliardenverlusten. Damit gestand der Konzern das Scheitern seiner Allfinanz-Strategie ein. Die Dresdner Bank war im April 2001 für rund 24 Mrd. Euro von der Allianz gekauft worden.

Die wichtigsten Bankenfusion in Deutschland – eine Chronik in Bildern

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