Die Dresdner Bank musste im Auftaktquartal offenbar weitere massive Wertberichtigungen hinnehmen. Einem Insider zufolge dürften die Werberichtigungen „die Größenordnung von einer Mrd. Euro erreichen“. Indes musste der für das Risikomanagement zuständige Vorstand Otto Steinmetz sein Amt aufgeben.
FRANKFURT/MÜNCHEN. Die Allianz-Tochter habe sich wie auch andere Häuser der anhaltend negativen Marktentwicklung nicht entziehen können. Im Februar hatte Allianz-Finanzchef Helmut Perlet weitere Belastungen von 300 bis 400 Mill. Euro prognostiziert. Diese bezogen sich aber nur auf den Januar – danach sanken die Preise für viele strukturierte Wertpapiere weiter.
Die Dresdner Bank wollte sich nicht zu weiteren Wertberichtigungen äußern. Ihre Zahlen für das erste Quartal 2008 werden mit denen der Allianz am 9. Mai präsentiert.
Wie heftig die Marktverwerfungen in den ersten drei Monaten des Jahres waren, hatten vergangene Woche bereits UBS und Deutsche Bank deutlich gemacht. Die Schweizer kündigten mehr als zwölf Mrd. Euro an Abschreibungen an. Deutschlands Branchenprimus kam auf 2,5 Mrd. Euro.
Die Dresdner Bank bestätigte indes am Freitag, dass der für das Risiko-Management zuständige Vorstand Otto Steinmetz sein Amt aufgibt. Der Vertrag des demnächst 64 Jahre alt werdenden Managers laufe turnusgemäß Ende Mai aus. Die Option, den Vertrag um ein weiteres Jahr zu verlängern, nutzte Steinmetz nicht. Er wolle seine Schwerpunkte auf andere Gebiete legen, sagte ein Dresdner-Sprecher zur Begründung. In Branchenkreisen hieß es, womöglich werde der Manager aber an anderer Stelle im Allianz-Konzern noch seine Expertise zur Verfügung stellen. Konzerninterne Kritiker hatten Steinmetz zuletzt eine Mitverantwortung für die rund 1,5 Mrd. Euro an Wertberichtigungen gegeben, die bislang bei der Investmentbank Dresdner Kleinwort aufgelaufen sind.
Dresdner-Chef Herbert Walter versuchte indes, Sorgen wegen der geplanten Aufspaltung der Bank in zwei Teile zu dämpfen. Es werde „weder zu einem Abbau von Arbeitsplätzen noch zu einer Schließung von Filialen kommen“, hieß es in einem internen Schreiben an die Mitarbeiter. Konkrete Informationen zu den Plänen sollten voraussichtlich im Mai vorliegen.

