Das Institut strotzt vor Selbstvertrauen. Nun will die Dresdner Sparkasse gemeinsam mit der Sachsen Bank nach Tschechien und Polen expandieren. Bisher sind die Märkte in Osteuropa für deutsche Sparkassen weiße Flecken.
DRESDEN. Der Vorstandsvorsitzende der Ostsächsischen Sparkasse (OSD), Joachim Hoof, sieht gute Chancen für die sächsischen Sparkassen, gemeinsam mit der Sachsen Bank in Polen und Tschechien aktiv zu werden. "Wir sind gesprächsbereit und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat uns signalisiert, dass sie sich das sehr gut vorstellen kann", sagte Hoof dem Handelsblatt. Die OSD ist mit einer Bilanzsumme von gut zehn Mrd. die größte ostdeutsche Sparkasse.
Der Vorstandschef der LBBW, Siegfried Jaschinski, hatte nach der Übernahme der krisengeschüttelten SachsenLB, die mittlerweile unter "Sachsen Bank" firmiert, erklärt, dass das Institut das Kompetenzzentrum für die Auslandsmärkte in Tschechien, Slowakei und Polen werden soll. Nur war bislang nicht klar, ob die LBBW die geplante Expansion nach Osteuropa in Kooperation mit den sächsischen Sparkassen in Angriff nehmen wolle.
Trotz ihrer hohen Attraktivität sind die Märkte in Osteuropa für die deutschen Sparkassen bisher weitgehend weiße Flecken. Gerade erst hat der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Heinrich Haasis, kritisiert: "Wenn die Sparkassen-Finanzgruppe in den vergangenen Jahren wirklich etwas versäumt hat, dann ist es, Präsenz in Osteuropa zu zeigen." Er macht insbesondere die zersplitterte Struktur der Gruppe dafür verantwortlich. Haasis bezeichnete jedoch in erster Linie die Landesbank Berlin als mögliche Speerspitze für die Expansion nach Osteuropa.
Die Ostsächsische Sparkasse zeigt auch im Heimatmarkt Selbstbewusstsein. Gelassen reagiert Hoof auf die Ankündigung der Sachsen Bank, dass sie verstärkt im gehobenen Privatkundengeschäft Fuß fassen will. "Angesichts eines Marktanteils von 67 Prozent im Privatkundengeschäft und 53 Prozent im Geschäftskundengeschäft haben wir keine Angst. Wir sehen uns auf Augenhöhe mit der Sachsen Bank." Nach Angaben des stellvertretenden Vorstandschefs Jürgen Flückschuh verwaltet die OSD im Private Banking ein Vermögensvolumen von rund 100 Mill. Euro.
Angesichts der globalen Auswirkungen der Finanzmarktkrise zeigte sich Hoof fast überrascht, über das relativ gute Abschneiden der OSD im vergangenen Jahr. Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge sank moderat von gut 105 Mill. Euro auf knapp 104 Mill. Euro. Die Eigenkapitalrendite sank um zwei Prozentpunkte auf 15 Prozent. Im laufenden Jahr rechnet Hoof allerdings mit einem Gewinnrückgang von zehn Prozent. "Wir werden vorsichtiger agieren, um auch künftig unseren Abschreibungsbedarf in Grenzen zu halten", sagte er. Im vergangenen Jahr verbuchte die OSD einen historischen Tiefstand bei den Abschreibungen in Höhe von rund acht Mill. Euro.
Die sogenannte Passivlastigkeit ostdeutscher Sparkassen ist bei der OSD stark ausgeprägt. Kundeneinlagen von 7,7 Mrd. Euro standen 2007 einem Kreditbestand von 2,7 Mrd. Euro gegenüber. "Wir sind Liquiditätsspender, nicht-nehmer", sagte Hoof.

