Im Fusionspoker in der deutschen Kreditwirtschaft wird ein Zusammenschluss von Dresdner Bank und Commerzbank
immer wahrscheinlicher. "Da ist erheblich Schwung reingekommen", sagte ein Insider dem Handelsblatt. Fast täglich treffen sich Finanzkreisen zufolge Managementteams, Wirtschaftsprüfer und Investmentbanker beider Seiten.
Die Zentralen von Dresdner Bank (l.) und Commerzbank in Frankfurt. Die beiden Institute kommen sich näher. Foto: ap
FRANKFURT/MÜNCHEN. Die gegenseitige Prüfung der Bücher, die seit mindestens drei Wochen läuft, werde womöglich noch im Juli abgeschlossen. Damit könnte schon im August eine Fusion verkündet werden. Nach jetzigem Stand soll auch die zur Dresdner gehörende Investmentbank Dresdner Kleinwort (DKIB) Teil des neuen Instituts werden, sagte ein Insider. "Hier geht es um das volle Package." Die Dresdner Bank, ihre Mutter Allianz und die Commerzbank
lehnten eine Stellungnahme ab.
Bei einer Fusion von Dresdner und Commerzbank
entstünde rechnerisch eine Bank mit einer Bilanzsumme von 1,1 Bill. Euro. Damit wäre das Institut unangefochtene Nummer zwei hinter der Deutschen Bank
und hätte mit rund 1 900 Filialen in Deutschland sogar ein dichteres Netzwerk als der Branchenprimus.
Offen ist, ob bereits eine Vorentscheidung für die Kombination beider Häuser gefallen ist. Bewertungsfragen seien beispielsweise keineswegs geregelt, sagte ein Beteiligter. Einer Studie von Sal. Oppenheim zufolge könnte die Allianz, die ihr Engagement im Bankgeschäft verringern will, an dem neuen Institut nach einer Fusion einen Anteil von rund 32 Prozent halten. Damit sei das von den Münchenern anvisierte Ziel einer "Risikoverminderung" eindeutig erfüllt.
Allerdings sind Finanzkreisen zufolge weiterhin auch Santander
aus Spanien oder Lloyds TSB
mit im Rennen um die Dresdner. Dabei ist unklar ist, ob diese Gespräche die gleiche Intensität haben wie jene mit der Commerzbank
.
Ein involvierter Banker sagte, es müsse im Interesse der Allianz sein, andere Interessenten zumindest "in der Warteschleife" zu halten.

