Die zeitweise viel diskutiert "Dreier-Kombination", die die Fusion von Commerzbank
, Dresdner und Postbank
vorsah, ist indes vorerst vom Tisch. "Das ist extrem unwahrscheinlich", sagte ein Beteiligter. Die Postbank
versucht Finanzkreisen zufolge die Gespräche mit anderen Interessenten voranzutreiben. Unter den Kandidaten seien neben der Deutschen Bank
auch ING, Lloyds TSB
und Santander
. Die Gespräche mit ihnen würden intensiviert, dabei werde auch Zugang zu sensiblen Geschäftsdaten gewährt. Dies werde voraussichtlich noch zwei Wochen in Anspruch nehmen, hieß es.
Klar scheint allen Beteiligten, dass es bis spätestens September zu Entscheidungen kommen muss. Es gebe nur ein begrenztes Zeitfenster, sagte ein Insider. Der Schwebezustand sei weder für die Mitarbeiter noch für die Kunden auf Dauer akzeptabel. Damit dürften in den kommenden zwei Monaten zahlreiche Banker und Berater permanent auf Abruf stehen. "Das wird ein verrückter Sommer", stöhnt ein Banker.
Insider halten es aber für eher unwahrscheinlich, dass es vor den Geschäftszahlen zum zweiten Quartal noch zu Ankündigungen kommt. Die Postbank
legt bereits am 30. Juli ihre Zwischenbilanz vor, die Deutsche Bank
einen Tag später. Am 6. beziehungsweise 7. August folgen Commerzbank
und Allianz.
Mit der offensichtlichen Fokussierung auf die Dresdner geht die Commerzbank
allerdings auch ein gewisses Risiko ein. Denn nach derzeitigem Stand ist sie im Rennen um die Postbank
nicht vertreten. Alternative könnte zwar die Citibank sein, wo sie Finanzkreisen zufolge zur den verbliebenen Bietern gehört. Allerdings sei das Interesse der Commerzbank
nicht wirklich ernsthaft, hieß es in den Kreisen. Bis gestern Abend hatten die Bieter Zeit, verbindliche Offerten für die Citi mit ihren 3,3 Mill. Kunden und den 340 Filialen in Deutschland einzureichen. Neben der Commerzbank
haben auch die Deutsche Bank
, Santander
und Credit Mutuel aus Frankreich den Finger gehoben.

