Der Druck der Finanzaufsicht und der Bundesbank auf die Landesbanken wird stärker: Angesichts der Krise stehen die Banken vor gravierenden Umwälzungen. Der WestLB-Vorstand skizziert nun in einem Brief die Neuordnung der öffentlich-rechtlichen Institute.
FRANKFURT. Angesichts der Finanzmarktkrise stehen die öffentlich-rechtlichen Landesbanken vor gravierenden Umwälzungen. Als erstes Haus wird die WestLB eine "funktionale Arbeitsteilung" mit der Deka-Bank in Frankfurt auf den Weg bringen, wobei schon in Kürze mit weiteren Details gerechnet wird. In einem Entwurf für einen Brief des Vorstands an die Mitarbeiter der Düsseldorfer Bank heißt es, "die Eigentümer unterstützen die eindeutige Position des Vorstandes, dass eine Zusammenführung von Einheiten der WestLB mit der Deka-Bank von der parallel umzusetzenden funktionalen Bündelung im Landesbankensektor im Sinne einer Gesamtlösung begleitet sein muss."
WestLB und Deka-Bank würden in einer solchen Konstellation "das zentrale Kapitalmarkthaus der Sparkassen-Finanzgruppe" werden. Dies sei "der entscheidende Anstoß zur funktionalen Konsolidierung des Sektors". Der Vorstand erteile im Schulterschluss mit den Eigentümern gleichzeitig "allen regelmäßig kolportierten Zerschlagungs-Planspielen eine klare Absage."
Die Bewegung im Lager der Landesbanken hängt auch mit dem wachsenden Druck der Finanzaufsicht Bafin und der Bundesbank zusammen, die auf eine Konsolidierung drängen. "Nicht nur mit NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers wurden Gespräche geführt, praktisch alle Länderchefs stehen im Dialog mit den Aufsehern und dem Bundesfinanzminister", hieß es am Wochenende in Landesbankkreisen. Nach der gestrigen Landtagswahl in Bayern komme neuer Schwung in die Überlegungen. "Spätestens bis zum Jahresende muss die neue Landschaft für die Landesbanken wenigstens in Grundsatzvereinbarungen stehen", so ein Landespolitiker.

