Der Finanzvertrieb von Reinfried Pohl verdient mehr Geld als AWD
, MLP
und OVB
zusammen: Mit Umsatzerlösen von 625 Millionen Euro baut der Marktführer seine Spitzenposition aus. Vorstandschef Pohl spart nicht mit Seitenhieben auf die Konkurrenz.
FRANKFURT. Der Finanzvertrieb DVAG stellt die Konkurrenz in den Schatten. Die 35 600 haupt- und nebenberuflichen Berater des Firmengründers Reinfried Pohl haben im ersten Halbjahr so viele Fonds und Versicherungen verkauft wie nie zuvor. Mit Umsatzerlösen von 625 Mill. Euro baute der Marktführer seine Spitzenposition aus.
Dies gilt auch für die Erträge: Vor Zinsen und Steuern verdiente der Partner von AMB Generali
und Deutscher Bank
101 Mill. Euro, nach Steuern 71 Mill. Euro. Das ist rund ein Viertel mehr als die drei großen Wettbewerber AWD
, MLP
und OVB
zusammen erzielten.
Vorstandschef Pohl verteilte daher - umrahmt von seinen beiden Söhnen Andreas und Reinfried - mit breiter Brust Seitenhiebe. Insbesondere der Konkurrent AWD
mit seinem Gründer Carsten Maschmeyer bekam einiges ab: "Es bleibt ein Traum, unsere DVAG durch immer neue Zukäufe von der Marktführerschaft zu verdrängen." Wenn ein Konkurrent schlechte Zahlen mit dem Umfeld rechtfertige, sei das eine "Schutzbehauptung". Für ihn gelte: "Die Finanzkrise hatte bisher überhaupt keine Auswirkungen auf den Geschäftserfolg." Das hatte auch der Zwischenbericht des wichtigsten DVAG-Partners AMB Generali
gezeigt.
Die Konsolidierung im Bankensektor findet Pohl gut. Er sieht sich als Nutznießer der Fusion von Commerzbank
und Dresdner Bank. Schließlich brauche die italienische Versicherung Generali
einen Ersatz für den Geschäftsausfall, der bei der Commerzbank
zu erwarten ist. Dass mit DVAG und Postbank
nun zwei Finanzvertriebe unter dem Dach der Deutschen Bank
arbeiten, stört ihn gar nicht: "Wir sind für unsere Produkt-Partner ein Glücksfall, denn wir liefern schrankfertig."

