Lars Hille und Wolfgang Köhler sollen Nachfolger des scheidenden stellvertretenden DZ Bank Vorstandsvorsitzenden Heinz Hilgert werden. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen. Beide sollen am kommenden Montag vom Aufsichtsrat des genossenschaftlichen Spitzeninstituts nominiert werden.
HB FRANKFURT. Hilgert verlässt die DZ Bank nach Meinungsverschiedenheiten mit Vorstandschef Wolfgang Kirsch, dem er im Rennen um den Chefsessel unterlegen war. Noch im Februar hatte Kirsch Hilgert zu seinem Stellvertreter gemacht, doch die Chemie habe nicht mehr gestimmt, heißt es aus dem Umfeld der Zentralbank. Das Ressort des 53-jährigen Kapitalmarktvorstandes, das als außerordentlich mächtig galt und der DZ rund 80 Prozent der operativen Erträge in die Kassen spülte, soll jetzt in zwei Einheiten mit jeweils einem Vorstand geteilt werden. Neben dem Kapitalmarktgeschäft und dem Asset Management verantwortete Hilgert das Private Banking und die Konsumentenfinanzierung und fädelte unter anderem 2003 den Kauf des Konsumentenfinanzierers Norisbank ein.
Als plausibel gilt, dass Lars Hille, derzeit Bereichsleiter Handel (Brokerage) der DZ-Bank, die Kapitalmarktaktivitäten verantworten soll. Der Betriebswirt begann seine Karriere als Unternehmensberater bei Mummert+Partner, wechselte dann als Produktmanager zur Deutschen Börse und wurde 1998 Abteilungsleiter für das Aktien- und Fondsbrokerage der DG-Bank, die mit der GZ-Bank zur heutige DZ verschmolz.
Das Geschäft mit den vermögenden Privatkunden könnte Vorstandsressort von Wolfgang Köhler werden. Der 47jährige Wirtschaftsingenieur begann seine Karriere bei der einstigen Stuttgarter Zentralbank der Genossen und ist derzeit Sprecher der Geschäftsleitung der DZ Bank International in Luxemburg (DZI) Für seine Vorstandsnomminierung spricht auch, dass erst im Oktober mit Franz Georg Brune ein zusätzliches Mitglied in die Geschäftsleitung der DZI berufen wurde.

