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21.07.2008 
Hohe Belastung durch Natixis-Beteiligung

DZ Bank gerät unter Druck

von Sonja Shinde

FRANKFURT. Das genossenschaftliche Spitzeninstitut DZ Bank geht geschwächt in die Fusionsverhandlungen mit der Düsseldorfer WGZ Bank. Wie das Handelsblatt aus Finanzkreisen erfuhr, drohen der Frankfurter Bank Wertberichtigungen von rund 300 Mill. Euro auf ihre Natixis-Beteiligung.

Die französische Investmentbank hatte im Zuge der Finanzkrise Milliardenverluste eingefahren und in der vergangenen Woche eine Kapitalerhöhung beschlossen. Der Natixis-Aktienkurs ist seit Beginn der Finanzkrise im Juli 2007 um knapp 70 Prozent eingebrochen.

Die DZ Bank hält 1,85 Prozent an der französischen Bank. Nach heutigem Stand ist der Anteil noch 136 Mill. Euro wert. Insgesamt haben die Frankfurter 430 Mill. Euro in die Beteiligung investiert.

Entschließt sich die DZ Bank nun, die Natixis-Kapitalerhöhung mitzumachen, muss sie noch einmal 68 Mill. Euro aufbringen. Die DZ Bank dementierte einerseits die Höhe der Wertberichtigung, wollte andererseits aber keine Zahlen nennen. Ende August legt das Institut Halbjahreszahlen vor.

Die Belastungen kommen für DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch zur Unzeit. Nach mehreren gescheiterten Anläufen hatte das Frankfurter Institut Ende Juni erneute Fusionsverhandlungen mit der fünfmal kleineren WGZ Bank aufgenommen. Die Düsseldorfer stehen im Vergleich zu den Frankfurtern gut da. Die Bank verbuchte 2007 ein Rekordergebnis von knapp 110 Mill. Euro. Die DZ Bank musste dagegen bereits im vergangenen Jahr Wertberichtigungen von knapp 1,4 Mrd. Euro hinnehmen und erlitt einen Gewinneinbruch um fast 70 Prozent auf 164 Mill. Euro. In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres kamen rund 400 Mill. Euro an Belastungen hinzu. Grund waren erhebliche Wertverluste auf forderungsbesicherte Schuldverschreibungen (ABS).

Die Natixis-Beteiligung dürfte auch Thema der außerordentlichen DZ-Aufsichtsratssitzung am Mittwoch sein. Experten erwarten, dass das Institut die Kapitalerhöhung nicht mitmacht. „Für die Bewertungsrelation der Fusion ist die Natixis-Sache ein Desaster“, heißt es in Finanzkreisen. Erst 2005 hatte die Bank ihren Natixis-Anteil um 340 Mill. Euro erhöht.

Die Fusion der genossenschaftlichen Spitzeninstitute könnte aber schneller kommen als gedacht. Insider rechnen damit, dass DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch und WGZ-Bank-Chef Werner Böhnke den Zusammenschluss noch vor dem Jahreswechsel über die Bühne bringen wollen. Das zeigt auch ein Treffen, zu dem nach Informationen des Handelsblattes beide am Freitag zusammentreffen werden. „Die DZ Bank wird zum Jahresende nicht so gut aussehen, da macht es Sinn, die Fusion vorzuziehen“, sagte ein Insider.

„Für die Bewertungsrelation ist die Natixis-Sache ein Desaster“, hieß es im Vorfeld der für Mittwoch einberufenen außerordentlichen DZ-Aufsichtsratssitzung. Eigentlich wollte das Kontrollgremium dort nur seinen neuen Vorsitzenden wählen. Aussichstreichster Kandidat ist Rolf Hildner, Chef der Wiesbadener Volksbank. Er gilt aber nur als Interimslösung. Nach einer Fusion solle WGZ-Chef Böhnke übernehmen, heißt es in Verbundkreisen.

Eine frühe Fusion hätte aus steuerlicher Sicht ihr Gutes: Kommt sie bis Jahresende, lassen sich die Gewinne der WGZ mit den Verlusten der DZ verrechnen.

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