DZ Bank und WGZ Bank: Mit einem Milliardengewinn in die Fusion

DZ Bank und WGZ Bank
Mit einem Milliardengewinn in die Fusion

Im August will die DZ Bank den Zusammenschluss mit der kleineren WGZ Bank abschließen. Den Mitarbeitern wird die Fusion mit Kündigungsschutz erleichtert – ein Milliardengewinn macht es leicht, großzügig zu sein.

FrankfurtDie DZ Bank geht mit Rückenwind auf die Zielgerade zum Zusammenschluss mit der WGZ. Das Fusionsprojekt komme „sehr gut und zügig“ voran, sagte DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch am Dienstag in Frankfurt. „Wir streben unverändert einen Start des vereinigten Instituts am 1. August 2016 an.“

Der Zusammenschluss der beiden genossenschaftlichen Spitzeninstitute soll - nach mehreren erfolglosen Versuchen - in diesem Sommer endlich Wirklichkeit werden. Beide Seiten hatten im November eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Für den 12. April ist die Unterzeichnung des Verschmelzungsvertrages angestrebt.

Zuschnitt der Vorstandsdezernate, Geschäftsverteilung und Bereichsorganisation des neuen Spitzeninstituts der etwas mehr als 1000 Volks- und Raiffeisenbanken stehen bereits. Aus 22 Bereichen bei der DZ Bank und 15 bei der Düsseldorfer WGZ sollen 29 werden. Frankfurt und Düsseldorf als Standorte sollen erhalten bleiben.

Angestrebt ist, die Integration bis Ende 2018 abzuschließen. Die Partner erwarten durch die Fusion ab 2020 ein jährliches Einspar- und Ertragspotenzial von 100 Millionen bis 175 Millionen Euro. Den Löwenanteil will das Management durch Personalabbau realisieren: Bis 2019 sollen etwa 700 Vollzeitstellen wegfallen. Da viele Mitarbeiter in Teilzeit arbeiten, dürfte es nach Schätzungen Kirschs letztlich etwa 1000 Mitarbeiter treffen.

„Eingespart wird an beiden Standorten“, sagte Kirsch. „Es ist unser Wunsch und Wille, dass wir betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2020 ausschließen und so soll es auch für Düsseldorf vereinbart werden.“ Der geplante Jobabbau bezieht sich auf eine Basis von 5500 Stellen.

Beim Stellenabbau werden die Häuser auf Abfindungen und freiwillige Abgänge setzen müssen. Denn nach Informationen des Handelsblatts hat die DZ Bank einem Kündigungsschutz bis Ende 2020 zugestimmt. Der Vorstand der DZ Bank habe die Einigung bereits offiziell abgesegnet, der Gesamtbetriebsrat der Bank dürfte an diesem Dienstag nachziehen, ist zu hören. Auch für die WGZ Bank ist demnach der Abschluss einer ähnlichen Übereinkunft noch in dieser Woche geplant.

„Der erfolgreiche Abschluss der Fusion ist unsere Hauptpriorität für das Geschäftsjahr 2016“, betonte Kirsch. Operativ geht das DZ-Bank-Management von einer stabilen Entwicklung aus. 2015 schnitt die DZ Bank Gruppe besser ab als erwartet. Zwar lag sowohl der Vorsteuergewinn mit 2,45 (Vorjahr: 2,9) Milliarden Euro als auch der Überschuss mit 1,8 (2,2) Milliarden Euro unter Vorjahr. Doch nach den Rekordzahlen 2014 hatte der Vorstand einen stärkeren Rückgang vorhergesagt - wegen unsicherer Märkte und teurer Regulierung.

Dank der robusten deutschen Konjunktur konnte die Gruppe die bereits niedrigen Rücklagen für Kreditausfälle weiter verringern. Zur DZ-Bank-Gruppe gehören auch die Fondsgesellschaft Union Investment, die Bausparkasse Schwäbisch Hall und die R+V Versicherung.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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