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21.01.2008 

Doch der Spaziergang gestaltete sich für den ehemaligen McKinsey-Berater Profumo schnell zum Hindernislauf. Schließlich hat er sich mit der Bank Capitalia und deren damaligen Präsidenten Cesare Geronzi die am stärksten politisierte Bank Italiens ins Haus geholt.

In der Vergangenheit, noch bevor Shooting-Star Matteo Arpe Capitalia als Vorstandsvorsitzender auf Vordermann brachte, hatte Capitalia die Kredite häufig nicht so sehr nach wirtschaftlichen Kriterien, sondern vielmehr nach politischen Abwägungen vergeben. Geronzi galt als Arpes Widersacher und hatte als Präsident den zweiten wichtigen Posten in der Bank inne. Als der Verkauf an Unicredit beschlossen wurde, räumte Arpe seinen Posten, Geronzi blieb.

Und das, obwohl Geronzi keine blütenweiße Weste hat: Im Dezember 2006 wurde der in Wirtschaft und Politik bestens verdrahtete Banker wegen Beihilfe zum betrügerischen Bankrott zu 20 Monaten Haft und einem zweijährigen Berufsverbot verurteilt. Doch das Urteil ist noch nicht rechtskräftig; und so ließ sich Geronzi wenig später im Amt als Präsident von Capitalia bestätigen.

Profumo hat sich im Zuge der Übernahme von Capitalia des umstrittenen Bankers zwar geschickt entledigt: Er beförderte Geronzi zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Mailänder Investmentbank Mediobanca, dessen Großaktionär Unicredit ist. Aber ganz aus dem Weg geschafft hat Profumo ihn damit dennoch nicht. Das zeigte sich, als die Großaktionäre der Telecom Italia - unter ihnen Mediobanca - im November Franco Bernabè zum neuen Vorstandsvorsitzenden des Telekommunikationskonzerns ernannten - von Geronzi unterstützt und gegen den Willen Profumos. Der hätte statt des 59-Jährigen einen jüngeren Kandidaten bevorzugt. In italienischen Finanzkreisen wird gemauschelt, dass Geronzi auch hinter dem aktuellen Aufstand der Sizilianer stecken könnte, um den Widersacher Profumo in Schwierigkeiten zu bringen. Der marktwirtschaftliche Saubermann aus dem Norden muss nun zeigen, dass er seine hohen Ansprüche an politikfernes Bankgeschäft auch im hintersten Winkel seines Imperiums durchsetzen kann.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Aufstand steht im Zeichen des Wahlkampfes.

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