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30.09.2008 
Rettungsaktion

Ein riesiger Risikoschirm für die Hypo Real Estate

von Axel Höpner, Nicole Bastian, Andrea Cünnen, Donata Riedel und Peter Köhler

Es ist nach den Worten von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) die größte staatliche Rettungsaktion für eine private Bank. Insgesamt bürgen Bund und Banken für die notleidende Hypo Real Estate (HRE) mit 35 Mrd. Euro. Nach Ansicht von Analysten hat die Hypo Real Estate jetzt eine Gnadenfrist von einem Jahr.

BERLIN/FRANKFURT. Nach Angaben der Bundesregierung hatten die Geldgeber der HRE diesen Risikoschirm als Bedingung dafür genannt, dass sie für die HRE-Tochter Depfa neue Kredite geben. Nur wenn das Münchener Institut seine Kredite nicht zurückzahlen kann, greift die Bürgschaft. Für Ausfälle bis zu 14 Mrd. Euro garantieren der Bund zu 40 Prozent und der private Bundesverband deutscher Banken (BdB) zu 60 Prozent. Eine zweite Tranche von 21 Mrd. Euro würde der Staat alleine übernehmen.

Abgewickelt wird die Rettung über eine Zweckgesellschaft der Banken: Sie wird zunächst mit 15 Mrd. Euro Liquidität der Banken und weiteren 20 Mrd. Euro von der Europäischen Zentralbank gefüllt. Nach Angaben der HRE werden diese Liquiditätshilfen aber abgesichert. Man habe die Kreditlinien mit der Hinterlegung von 42 Mrd. Euro an erstklassigen Forderungen, meist gegen Staatsschuldner, besichert, teilte das Institut mit. Dieses Paket an Sicherheiten sei von der Bundesregierung mit ihrer Ausfallbürgschaft abgesichert worden. Bei Zahlungsausfällen von HRE-Kreditgeschäften würden also zunächst die eingebrachten Vermögensteile verwertet. Erst wenn dabei Verluste realisiert werden, wird die Bürgschaft des Bundes fällig.

Die Sparkassen bleiben zunächst außen vor. Die Genossenschaftsbanken sollen sich doch an der Rettung der angeschlagenen HRE beteiligen. Der Finanzverbund prüfe derzeit ob und in welcher Höhe man sich beteiligen wolle. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen. Eine entsprechende Anfrage sei am frühen Abend gestellt worden. Der Bundesverband Deutscher Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) wollte sich nicht äußern. Die BayernLB sei dagegen definitiv dabei, hieß es laut Medienmeldungen.

Nach Angaben aus Finanzkreisen sind an der Konsortialfinanzierung von den privaten Großbanken unter anderem die Deutsche Bank, die Commerzbank, die Dresdner Bank/Allianz und die Postbank engagiert. „Alle müssen jetzt zusammenhalten, um die Abwärtsspirale aus den Schieflagen von Banken zu durchbrechen“, sagte ein Manager.

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